
Bienen könnten als „fliegende Ärzte“ Pflanzen vor Krankheiten schützen. An dieser Idee arbeiten derzeit Wissenschaftler des Instituts für Bienenkunde im Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Celle.
Bienen und Hummeln können mehr als „nur“ die Bestäubung sichern. Die Wissenschaftler wollen ihnen „unschädliche Pilzsporen“ auf den pelzigen Insekten-Rücken schnallen. Damit könnten die Tiere quasi im Vorbeiflug und in Krabbeln in die Blütenkelche andere Pflanzen „impfen“ und so vor schädlichen Infektionen schützen.
Internationale Forschercrew macht Bienen fit als Pflanzen-Ärzte
Das Prinzip erklären die Forscher so: „Das Prinzip: Die Insekten nehmen beim Verlassen des Stocks in einer speziell angelegten Passage Pilzsporen eines unschädlichen Pilzes auf und tragen diese beim Nektarsammeln in die Blüte. Der für die Pflanze unschädliche Pilz verhindert, dass andere, schädliche Krankheitserreger die Blüte infizieren und sich ausbreiten.“
Drei Jahre arbeiteten Wissenschaftler aus Finnland, Estland, Belgien, Slowenien, Italien, der Türkei und Deutschland im Forschungsverbund European Research Area Network (ERA-NET) Core Organic II. Während die Finnen das Projekt koordinierten, arbeiteten belgische Forscher an der Trägersubstanz aus Maismehl, um die Aufnahme der Pilzsporen zu verbessern. Da in Italien neben Honigbienen insbesondere Mauerbienen zur Bestäubung eingesetzt werden, baute das Team italienischer Wissenschaftler eine Passagen-Konstruktion für deren spezielle Nester. In Slowenien beschäftigten sich die Wissenschaftler mit der Frage, wie sich Honigbienen in der Passage verhalten und wie sich die Pulververteilung in der Fläche nachweisen lässt. In Estland wurde mit Hummeln geforscht, in Freilandversuchen konnten die positiven Effekte in der Praxis festgehalten werden. Gleiches gilt für die Türkei, die statt Hummeln Honigbienen einsetzte.
“Konzept mit Bienen als Flying Doctors funktioniert“
Wissenschaftler des LAVES forschten an Bio-Erdbeeren. Vom Bundeslandwirtschaftsministerium über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert untersuchten sie, wie sich die Bestäubungsquote durch Bienen verbessern lässt und damit auch die Verbreitung der schützenden Pilzsporen gegen Grauschimmelbefall.
Ihr Resümé: „Das Konzept mit Bienen als Flying Doctors funktioniert“, bestätigt Projektleiter Otto Boecking.
red
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