
Die schon lange andauernde Diskussion über den Verzicht bleifreier Munition bei der Jagd wird neu befeuert, zugunsten des Naturschutzes und der Verbraucher von Wildfleisch. Die klare Forderung des Naturschutzbundes Deutschland (NABU): kein Blei mehr im Bret!
„Seit Jahren wissen wir von den negativen Folgen des Bleis in der Natur. Blei ist zum Beispiel immer noch die Haupttodesursache von Seeadlern und gefährdet zahlreiche andere Tiere“, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Auch die Gesundheit der Verbraucher ist gefährdet. Schon durch einen einzigen Schuss mit handelsüblicher bleihaltiger Munition wird qualitativ hochwertiges Wildfleisch mit giftigen Bleipartikeln und -splittern kontaminiert. Dies wurde von Wissenschaftlern des Bundesamtes für Risikobewertung(BfR) bereits 2011 bestätigt. Ein erhöhtes Gesundheitsrisiko besteht vor allem für Verbraucher, die wöchentlich Wild verzehren. Blutbildung, innere Organe (z.B. die Nieren) sowie das zentrale Nervensystem (Blei ist ein Nervengift) werden durch erhöhte Zufuhr von Blei geschädigt. Für den Durchschnittskonsumenten sind die Bleimengen wohl unbedenklich, trotzdem sollten Kinder und schwangere Frauen auf den Verzehr verzichten. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Wildfleisch liegt derzeit in Deutschland noch unter einem Kilo. Er steigt jedoch kontinuierlich an.
Nur elf Bundesländer setzen in Zukunft auf eine bleifreie Jagd
Die Entscheidung über den Einsatz bleihaltiger Munition unterliegt nicht dem Bund, sondern den Ländern. So wird auf den Flächen einiger Landesforstverwaltungen schon seit vielen Jahren mit alternativer Jagdmunition geschossen, so Tschimpke. Das diese ebenso „einsatzfähig“ sind, wie die Bleihaltigen, wurde nun von Wissenschaftlern des BfR bestätigt. Die aktuelle Auswertung bereits erhobener Daten zeigt, dass alternative Geschossmaterialien für die menschliche Gesundheit unbedenklich sind. Auch dem zu erlegenden Tier ist - unter normalen Umständen - ein schneller Tod vorherbestimmt.
Bereits im April 2013 sprachen sich elf Bundesländer bei der Agrarministerkonferenz für ein Verbot bleihaltiger Geschosse aus und beauftragten die Bundesregierung mit dessen Umsetzung. Diese wollte damals jedoch die Abschlussberichte der laufenden Forschungsprojekte abwarten, um eine fundierte und verantwortungsvolle Entscheidung aus diesen Daten abzuleiten. Durchaus verständlich. Doch nun sollte einer schnellen Umsetzung des Verbotes nichts mehr im Wege stehen. In den fünf Bundesländern Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Hessen ist weiterhin Vorsicht beim Wildfleischverzehr geboten.
„Von verantwortungsvollen Jägern erwarten wir, auf bleihaltige Jagdmunition zu verzichten. Verbrauchern empfehlen wir zudem, ausschließlich Wildbret zu kaufen, das bleifrei geschossen wurde. Und die Bundesregierung muss umgehend im Bundesjagdgesetz bleihaltige Munition verbieten“, so NABU-Jagdexperte Stefan Adler.AVA
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