Bevölkerungswachstum steigert Landwirtschaft

Erde wird immer grüner Foto: flickr/Stefen Thomas/NASA

Unser „blauer Planet“ ergrünt: Immer intensivere landwirtschaftliche Nutzung der Erde ist aus dem Weltall zu erkennen. Vor allem in Regionen, in denen viele Menschen leben. Diese Nutzung beeinflusst auch die Vorhersage-Modelle für den Klimawandel.

Jeder kennt die Bilder aus den USA – riesige Feldern erstrecken sich kilometerweit bis zum Horizont. Auch in Europa ist intensive Agrarkultur allgegenwärtig und Teil des Landschaftsbildes. Doch ist es möglich die Intensität, mit der wir Menschen Ackerbau betreiben, global zu erfassen? Thomas Müller vom Biodiversität und Klima Forschungszentrum denkt in größeren Maßstäben und hat in Zusammenarbeit mit der NASA, einigen amerikanischen Instituten und dem Umweltforschungszentrum Leipzig Satellitendaten aus den Jahren zwischen 1981 und 2010 ausgewertet, um Veränderungen der Vegetationsdichte auf die Spur zu kommen.

 

Intensive Landwirtschaft: höhere Photosynthese-Aktivitäten

 

Die Wissenschaftler greifen dabei auf den so genannten Normalized Difference Vegetation Index (NDVI) zurück. Diese Methode macht sich Eigenschaften der Photosynthese zunutze: In Blättern und grünen Strukturen von Pflanzen sitzen besondere Moleküle, wie etwa Chlorophyll, welche einen ganz bestimmten Bereich des sichtbaren Lichts absorbieren. Hingegen wird nahes Infrarotlicht, also etwas längere Wellen, von den Pflanzenstrukturen reflektiert. Die NASA erfasst die Vegetationsdecke der Erde aus dem All mittels Satelliten, indem Detektoren die von der Erde kommenden Lichtsignale interpretieren. So können Experten die photosynthetische Aktivität ermitteln und zwischen dichter, gesunder Vegetation und kranken, lückenhaften Beständen unterschieden.

In den zurückliegenden Jahren hat unser blauer Planet eine immer stärkere Begrünung erfahren. Zum Teil machen Wissenschaftler dafür die steigenden Kohlenstoffdioxidgehalte (CO2) verantwortlich.

 

Klimamodelle sollten menschlichen Einfluss berücksichtigen

 

Der Ökologe und seine Kollegen stellten fest, dass sich die Photosynthese-Aktivität innerhalb dicht besiedelter Räume, die auf intensive Landwirtschaft schließen lassen, verglichen mit Wäldern in zwanzig Jahren verdoppelte. Ins Auge fallen dabei besonders Europa, das nördliche China und Westindien. Laut der Studie sind Verbesserungen in Bewässerung und Düngung Ursache einer intensivierten Landnutzung und korrelieren mit dem erhöhten NDVI von 4,3 Prozent in dicht besiedelten Gebieten (ca. 500 Menschen je Quadratkilometer). Die Veränderung von 1981 bis 2010 sollen demnach zu 20 Prozent auf den Menschen zurückfallen. Ein deutlicher Hinweis, dass der menschliche Fußabdruck in der Landwirtschaft bei Klimaszenarien stärker berücksichtigt werden muss, um Vorhersagen so präzise wie möglich zu gestalten.LMR

 

 

 

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