Blutiges Geschäft: Löwen zum Abschuss gezüchtet

Foto: Pippa Hankinson/GNF

Sie verkaufen sich als Artenschützer, sind aber skrupellose Geschäftemacher: „In Südafrika ist der Löwe durch eine millionenschwere Industrie bedroht“, begründen die Naturschützer des Global Nature Fund (GNF) den Start einer neuen Aufklärungskampagne für den König der Tiere. Zur Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin weist der GNF auf das Schicksal der etwa 7.000 Zuchtlöwen auf Farmen am Kap der guten Hoffnung hin, die ausschließlich für die Gatterjagd oder zur Verarbeitung als Pulver in der chinesischen Medizin geboren werden.

Löwen geht es schlecht. Der stolz Afrikas kämpft in den Savannen ums Überleben. Nach Aussagen der ingternationalen Artenschutzbehörde IUCN sanken die Bestände der Tiere in freier Wildbahn „innerhalb der letzten 21 Jahre um etwa 43 Prozent“. Heute streifen wohl noch etwa 20.000 Löwen durch Afrikas Wildnis.

 

Löwen als Zuchtmaschinen: Babys zum Abschuss

 

Auf etwa 200 Farmen in Südafrika züchten daher Wildhüter die Tiere. Offiziell: um sie später auszuwildern. Real beklagen südafrikanische Artenschützer jedoch das traurige Schicksal der Tiere auf diesen so genannten „Game Reserves“. Die rund 6.000 bis 8.000 Raubtieren in Gefangenschaft, so der GNF, seien „Teil einer durchorganisierten Industrie, die die Massenproduktion von Löwen für unterschiedlichste, zumeist touristische, Geschäftszweige als höchst profitable Einkommensquelle entdeckt hat“. Die Zustände auf den Farmen schildern die Artenschützer so: „Nach der Geburt werden die nur wenige Tage alten Löwenjungen von ihrer Mutter getrennt. Dieser, für beide Seiten höchst traumatisierende Vorgang hat das Ziel, die Löwinnen so schnell wie möglich wieder empfangsbereit für einen neuen Wurf zu machen.“

 

Löwen ohne Chance gegen die Trophäen-Jäger

 

Das Schlimme: Arglosen Touristen – oft sogar freiwilligen Helfern – verkaufen die Farmen die Jungtiere als verwaist. Sie kommen nach Südafrika, um die Tiere von Hand aufzuziehen. Mit fatalem Effekt: Die Tiere sind danach so sehr an die Nähe von Menschen gewöhnt, dass sie in der Natur nicht mehr überleben. Stattdessen landen sie in Gattern. Dort kommen Trophäen-Jäger, die die meist wehrlosen Löwen aus sicherer Entfernung abschießen!

Andere Tiere verkaufen die Löwenzüchter nach Asien. Dort landen ihre Knochen auf dem wachsenden Markt für Tigerersatzstoffe in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).


pit

 

 

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