
Heute ist Welt-Boden-Tag: Wer jetzt achselzuckend zur Tagesordnung übergehen will, sollte zwei Zahlen lesen. Bis Bakterien und Kleinstlebewesen eine etwa zwei Zentimeter starke Humusschicht aufbauen, dauert das rund 500 Jahre. Wir Menschen tragen dagegen aber mit unserem Wirken dazu bei, dass pro Kopf rund drei Tonnen Boden jedes Jahr verloren gehen!
So wertvoll ist der „Dreck“ über den wir wandeln.
Wir graben ihn um, wir betonieren ihn zu, wir mischen ihn mit giftigem Abfall und verseuchen ihn mit schmutzigem Wasser. Wir lassen es zu, dass Regen ihn wegschwemmt und der Wind Millionen Tonnen davon erodiert – und wundern uns am Ende, dass die Krume, in der wir unsere Lebensmittel pflanzen und ernten wollen immer magerer wird.
Dabei werden wir immer mehr, die diesen Boden zur Nahrungsproduktion brauchen. Das geht nur mit fruchtbaren Böden – und die brauchen wir in ausreichender Menge.
Und wir brauchen intakte Böden, weil sie Kohlenstoff oder Methan binden. Das bremst den Klimawandel.
Die Online-Ausgabe der Zeit zitiert Ex-Umweltminister und UNEP-Chef Klaus Töpfer. Er spricht „angesichts des dramatischen globalen Bodenverlusts von einer Zeitbombe“.
Nature&More initiiert Aktion „Save our Soils”
Die Bio-Lebensmittelbranche startet zum Welt-Boden-Tag die Kampagne Save our Soils (SOS), denn „nach CO2-Bilanzen und Fairtrade Konzepten könnte die Rettung und Wiederherstellung von fruchtbaren Bodenflächen der neue Nachhaltigkeitstrend an den Lebensmittel-Warenregalen sein“, begründet Nature&More-Gründer und Initiator der Kampagne Volkert Engelsman die Initiative. SOS will bis zum Internationalen Bodenjahr 2017 die Erkenntnis stärken, dass ohne gesunde Böden auch unser eigenes Überleben auf dem Planeten schwierig ist.
Argumente für die von Naturschutz- und Anbauverbänden sowie Händlern aus der Biobranche mitgetragenen Aktion liefert Marc Swilling, Professor für Nachhaltige Entwicklung an der niederländischen Universität Stellenbosch: „Auf unserem Planeten gibt es bis jetzt 720 Millionen Hektar ausgelaugter Böden, die noch durch nachhaltige und ökologische Anbautechnologien vollständig wiederhergestellt werden könnten.“
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