Braunbär in der Schweiz abgeschossen!

Foto: WWF

Traurige Nachricht aus der Schweiz: Braunbär M13 wurde abgeschossen. Tierschutzverbände sind über den Abschuss tief enttäuscht und betrachten ihn als unnötig.

 

Jäger erlegten den Bären am Dienstagmorgen im Puschlav, wie das schweizerische Bundesamt für Umwelt (BAFU) mitteilte. „Der Abschuss erfolgte eindeutig zu früh – viel besser hätte man die Vergrämungsmaßnahmen intensiviert und fortgeführt“, sagt WWF-Bärenexpertin Joanna Schönenberger. „M13 war im Gegensatz zu JJ3 sicher kein Problembär. Dass er jetzt sterben musste, hat vor allem mit der tiefen Bären-Akzeptanz im Puschlav zu tun – und dies ist wiederum eine Folge mangelnder Information der Bevölkerung.“ Braunbär JJ3 wurde 2008 im schweizerischen Kanton Graubünden erschossen. JJ3 galt als „Risikobär“, da er trotz verschiedensten Vergrämungsmaßnahmen sein Verhalten nicht änderte. Er war damals zum Sicherheitsrisiko für die Menschen geworden.

 

Doch seinen pelzigen Gefährten M13 konnte man laut Tierschützern nicht als „Problembär“ bezeichnen. So schreibt Pro Natura: M13 hatte wenig Scheu vor Menschen, doch hat er keinerlei aggressives Verhalten an den Tag gelegt.

Störend ist, dass die Verfehlungen, die M13 zur Last gelegt wurden, und die ihm letztlich das Leben kosteten, auf eindeutige Versäumnisse der betroffenen Region zurückzuführen sind. Mängel in der Prävention und bei der Vorbereitung auf Bärenbesuche haben zu dieser unnötigen Zuspitzung der Situation beigetragen.

 

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Foto: WWF

Genauso sieht es Schönenberger vom WWF: „Es kann nicht sein, dass wir streng geschützte Bären töten, nur weil wir unsere Hausaufgaben nicht machen!“

Für die Tierschützer gibt es keine Entschuldigungen mehr für unterlassene Prävention, denn seit 2005 ist die Schweiz ein Bärenland und wird es bleiben.

Bereits acht Bären haben in den letzten 6 Jahren die Schweiz besucht und es werden auch in Zukunft wieder Jungbären aus dem italienischen Trentino ins Bündnerland einwandern.

 

WWF und Pro Natura fordern deswegen ein verstärktes Engagement des Kantons Graubünden, damit die Regionen auf weiteren Bärenbesuch vorbereitet sind. Dazu brauche es Präventionsmaßnahmen wie geschützte Herden, bärensichere Abfallcontainer und gesicherte Bienenhäuser. Noch wichtiger ist es jetzt jedoch, die Bevölkerung sachlich zu informieren. Denn ausschlaggebend für das Überleben des Braunbären in den Alpen ist die Akzeptanz der Leute, die in den Bärengebieten leben, so die Tierschützer.

 

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