Campact will 400.000 Unterstützer gegen Gen-Tech

Gemüse - möglichst gentech-frei Foto: Wikimedia CC/GNU 1.2/Ianusius

400.000 gegen Gen-Tech auf den Äckern: Mit einer Unterschriften-Kampagne will Campact Flagge zeigen. Bis zum 19. März sollen die Unterstützer mit einer Online-Aktion gegen die Pläne von Bundes-Agrarminister Christian Schmidt opponieren. Der will künftig nicht mehr zentral über den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen entscheiden – das soll jedes Bundesland selbst entscheiden. Campact: „Damit gäbe es einen Gentechnik-Flickenteppich in Deutschland.“

Bereits im Dezember hatten 250.000 Menschen mit ihrer Unterschrift „gegen Konzern-Mitsprache in der Gentechnik-Politik“ aufbegehrt, sagt Campact. Werde nun aber das Gen-Tech-Verbot mit Schmidts Vorschlag aufgeweicht, drohe Ungemach: „Damit eine Gen-Sorte in Deutschland nicht auf die Felder kommt, bräuchte es dann 16 erfolgreiche Verbotsverfahren“, befürchten die Aktivisten. „Bayer, Monsanto und Co. könnten sie alle vor Gericht anfechten. Das würde den Konzernen gefallen, Gentechnik wäre kaum noch zu stoppen.“

 

Appell an Agrarmister Schmidt: kein Flickenteppich

Campact erklärt die Lage so: „Ob und welche gentechnisch veränderten Pflanzen überhaupt in Europa angebaut werden dürfen, entscheidet die Europäische Union – also auch die deutsche Bundesregierung, deren Vertreter in Brüssel mit abstimmen.“ 2014 einigten sich die Brüsseler Politiker, dass künftig jedes Land selbst über den anbau veränderter Pflanzen entscheiden soll. Den Beschluss müssen die einzelnen Parlamente in nationales Recht umsetzen. In Deutschland ist Christian Schmidt dafür zuständig.

Der Minister verkündet zwar öffentlich, er wolle ein flächendeckendes Verbot“ - in der Realität entscheidet er anders, so Campact. Das Problem laut der aktivisten: „Abgesehen von dem unglaublichen Bürokratieaufwand, könnte das dazu führen, dass gentech-freundliche Landesregierungen - derzeit zum Beispiel in Sachsen-Anhalt und Sachsen - den Anbau von Gentech-Mais zulassen.“

 

Unterschriften gegen Gen-Tech

 

Das will die Kampagne stoppen. Zunächst sollten Anzeigen im CSU-Hausblatt Bayernkurier dem Minister die Meinung der Bürger nahe bringen. Der Verlag lehnt den Abdruck ab! Deshalb will Campact nun Annoncen in anderen Zeitungen schalten, die vermutlich viele CSU-nahe Menschen – und Christian Schmidt - lesen. Dafür sammelt die Aktion möglichst viele Unterstützer: Ziel sind 400.000 Unterschriften.

Zur Unterschriften-Aktion geht es hier.


red

 

 

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