
China schränkt Handel mit Elfenbein weiter ein: Die Regierung im Reich der Mitte verbietet ab sofort den Import von Elfenbein und Elfenbeinprodukten, die vor 1975 auf den Markt kamen - also bevor das Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES in Kraft trat. Das Verbot gilt zunächst einmal bis Ende 2019.
Zwei weitere Handelsverbote, die China 2015 zunächst nur für ein Jahr einführte, werden ebenfalls bis Ende des Jahres 2019 verlängert. Diese untersagen die Einfuhr von afrikanischem Elfenbein aus der Trophäenjagd sowie Elfenbein-Schnitzereien aus Afrika, die nach 1975 erworben wurden.
Legaler Efenbein-Handel erschwert Kontrollen und Artenschutz
„Diese wichtigen Importverbote zeigen die Entschlossenheit der chinesischen Regierung, sich der Weltgemeinschaft im Kampf gegen den Elfenbeinhandel anzuschließen“, betont dazu Robert Kless, Kampagnenleiter des IFAW (International Fund for Animal Welfare) in Deutschland. „Aber um die Elefanten wirklich vor der Wilderei zu schützen, muss Präsident Xi Jinping sein Versprechen einlösen, den nationalen Handel in China zu beenden.“
Der Handel mit Elfenbein-Schnitzereien innerhalb Chinas ist legal, solange bestimmte Richtlinien erfüllt werden. Das gilt für Elfenbein, das vor 1981 importiert wurde, also bevor China sich CITES anschloss, und wenn es aus dem von CITES genehmigten Sonderverkauf von Lagerbeständen aus vier afrikanischen Ländern aus dem Jahr 2008 stammt.
„Die Existenz eines legalen nationalen Handels ermöglicht Kriminellen, illegales Elfenbein von gewilderten Elefanten in den Markt zu schleusen“, so Kless weiter. „Das erschwert die Arbeit von Zollbeamten erheblich und verunsichert Konsumenten, die davon ausgehen, dass das Elfenbein legal sein muss, wenn es offiziell verkauft wird. Wir fordern deshalb klare Gesetze, die jeglichen Elfenbeinhandel unterbinden, konsequente Durchsetzung und harte Strafen für Verstöße. Nur so kann der Konsum von Elfenbein stigmatisiert werden und die Nachfrage sinken.“
Jährlich 35.000 tote Elefanten wegen Elfenbein-Schnitzereien
Eine Umfrage des asiatischen Marktforschungsinstituts Rapid Asia zeigte kürzlich, dass chinesische Konsumenten am ehesten auf den Kauf von Elfenbein verzichten würden, wenn der Handel illegal wäre (60 Prozent) und führende Politiker sich dagegen aussprächen (39 Prozent). Schätzungen zufolge werden jedes Jahr 35.000 Elefanten wegen ihres Elfenbeins getötet – einer alle 15 Minuten.
red
Lesen Sie auch:
Craiglist: Drehscheibe für illegalen Elfenbein-Handel

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC
Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels
Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha
Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...
Foto: Pressenza (CC BY 4.0)
Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...

Foto: ZDF / Martin Kaeswurm
Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...

Screenshot: gunther-moll.de
Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...