Appell an Landwirte: Tiere nicht ans Messer liefern!

Foto: Wikimedia commons/Stefano59Rivaraforcommons

Niedergemetzelt vom Rasenmäher: Was auch der Inhalt eines besonders perfiden Tatort-Drehbuchs sein könnte, ist in Wahrheit Alltag auf den Frühjahrswiesen der Bundesrepublik. Nicht weniger als 500.000 Opfer jährlich fallen den rotierenden Messern der Landwirte zum Opfer!

 

„Scharfe Messer des Mähwerks zerschmettern die Gelege der am Boden brütenden Vogelarten, verstümmeln oder töten Rehkitze und junge Feldhasen, die sich vor der heran nahenden Gefahr ducken“, verdeutlicht Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung das tragische Schauspiel. Unter den Vogel-Opfern befinden sich unter anderem der Kiebitz, der Große Brachvogel oder die Feldlerche- viele davon finden sich auf der Roten Liste wieder. Das Problem: „Die erste Mahd des Jahres fällt genau in den Brut- und Aufzuchtzeitraum dieser Tierarten“, so Goris.

 

Damit verwandeln die Mähtrecker die Wiesen, mitten im Frühjahr, nicht nur in rentables Tierfutter- sondern auch in den größten Wildtierfriedhof Deutschlands. Immerhin rund 2,5 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzter Flächen dienen ausschließlich der Gewinnung von Heu und Grassilage. Zumindest aus menschlicher Sicht.

 

Nicht vor dem 1. Juli mähen!

 

Da gerät der „Lebensraum Wiese“ schnell mal in Vergessenheit. Wie’s besser geht, verdeutlicht die Deutsche Wildtier Stiftung im Wildtierland Gut Klepelshagen (Mecklenburg-Vorpommern). Hier kommen die Wiesen nicht vor dem 1. Juli unters Messer. Zudem sei eine „Nachmahd-Grashöhe“ von 15 Zentimetern über dem Boden empfehlenswert, um Amphibien und Kleinsäuger vor dem Mähtod zu schützen. Und: Niemals von außen nach innen schneiden- denn das erschwert auch den mobileren Tieren die Flucht.

 

„Statt Agrarsubventionen per Gießkanne zu verteilen, sollten gezielt Landwirte gefördert werden, die bei der Mahd von Wiesen auf den Arten- und Wildtierschutz Rücksicht nehmen“, fordert Goris. Dazu gehöre auch der finanzielle Ausgleich bei Einbußen durch „verspätete“ Mahd. Auch Ultraschallgeräte zum Vertreiben von Wild, Infrarot-Sensoren zum Aufspüren der versteckten Tiere und optische Wildtierscheuchen (Luftballons, flatternde Bänder, aufgehängte Müllsäcke, etc.) können dazu beitragen, dass künftig weniger Wildtiere „unters Messer kommen." NISO

 

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