Nach Luchs und Wolf hat nun auch der Elch Deutschland wiederentdeckt. Seit zwei Wochen durchstreift ein Elchpaar die Wälder im Landkreis Regen. Jäger Max Ernst spricht von einem „narrischen Glück“, dass ihm die Tiere vor die Linse liefen: „Ob ich sowas nochmal erlebe, das weiß ich nicht.“

In den letzten Jahren gab es zwar vereinzelte Sichtungen, dauerhaft konnte man Elche im Bayerischen Wald seit ihrer Ausrottung im 16. Jahrhundert aber nicht beobachten. Seit Mitte der 1950er Jahre wanderte die größte europäische Hirschart aus Nord- und Osteuropa über Polen wieder nach Mitteleuropa ein. Die beiden bayerischen Elche kommen sehr wahrscheinlich aus Tschechien, wo am Moldaustausee eine größere Population zu Hause ist.
Elche gehören zu den Dauerläufern und bewegen sich meist rund 15 Kilometer am Tag. An „Wandertagen“ legen sie auch mal mehr als 50 Kilometern zurück. Die Großhirsche sind scheue Tiere und leben zurückgezogen. „Am liebsten essen Elche frische Blätter und grüne Baumtriebe“, erläutert Manfred Hofmeister, der im Landkreis Regen für das Jagdwesen zuständig ist.
Vorfreude auf Elchnachwuchs im Bayerischen Wald
Da momentan Brunftzeit ist und Elchkuh und Elchbulle gemeinsam durch die Wälder nahe der Bayerwaldgemeinde Langdorf ziehen, hofft man dort auf tierischen Nachwuchs. Da die Tragezeit bei dieser Art zirka acht Monate beträgt, könnte es schon im Frühsommer 2014 in bayerisches Elchbaby geben. Vorausgesetzt natürlich, dass die Elchkuh nicht weiterzieht.
Hofmeister erklärt: „Meistens wird ein einziges Tier geboren, aber auch Zwillinge sind keine Seltenheit. Wenige Tage vor der Geburt vertreibt die Elchkuh das letztjährige Kalb. Für die Geburt sucht sich die Elchkuh eine einsame, geschützte Stelle im Wald. Nach der Geburt gelten Elchkühe als sehr gefährlich. Menschen, die ihnen zu nahe kommen, attackieren sie mit ihren Hufen.“
Normalerweise sind Elche für Menschen nicht gefährlich. Bei Zusammenstößen auf Landstraßen wird es allerdings brenzlich, da die großen Tiere aufgrund ihre Größe und ihres Gewichts Autos nicht fürchten. Für Autofahrer im Landkreis Regen heißt es also ab sofort „Augen auf!“.
JET
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