Die Great Lakes - mit Plastik verseucht

Foto: wikimedia/Vberger

Die Great Lakes, das größte Süßwasservorkommen der Welt ist bis oben hin mit Plastik zugemüllt. Bis zu 1,7 Millionen Plastikpartikel fanden Forscher auf einer Quadratmeile. Dieser Zustand ist irreparabel – Plastik ist nicht kompostierbar.

 

Plastik ist überall. Auch unsere Umwelt ist mittlerweile voll davon. Die Probleme, die der Kunststoff für die Natur mit sich bringt, sind längst bekannt. Bilder von Seevögeln, die an ihren Mägen voll Plastik verenden, kursieren um den Globus und schockieren nicht nur Tierschützer. Auch der Müllteppich, der im Nordpazifik seine Kreise dreht und zweimal so groß, wie der Bundesstaat Texas ist, ist bekannt.

 

Da erfreuen Fernsehdokumentationen von fernen Inseln in der Südsee, deren weiße Strände und kristallklares Wasser die letzten Fleckchen unberührter und intakter Natur präsentieren. Doch Vorsicht! Auch wenn hier keine Tüten oder Flaschen das Bild trüben, muss das nicht heißen, dass noch kein Plastik angekommen ist. Auf seiner langen Reise durch die Gewässer verändert Müll sein hässliches Gesicht. Da spült es den Kunststoffbeutel nicht mehr als Ganzes ans Land, sondern zersetzt, in vielen unsichtbaren Mikropartikeln.

 

Das größte Süßwasservorkommen der Welt bildet hier keine Ausnahme“, berichtet die Wissenschaftlerin Lorena M. Rios Mendoza auf dem Treffen der American Chemical Society (ACS). Sie warnt: „Die massive Produktion von Plastik und die unadäquate Abfallverwertung machen Plastikablagerungen zu einem konstanten Schmutz für alle Strände und Gewässer der Welt.“ Seit 1980 ist die Plastikproduktion um 500 Prozent gestiegen. Plastikmüll ist mittlerweile für 80 bis 90 Prozent der Verschmutzung der Meere verantwortlich.

 

Obwohl die Verschmutzung durch Plastik seit den 80igern bekannt ist, wurden die Gewässer der Great Lakes auf die Verschmutzung durch den Kunststoff erst durch das Team von Rios untersucht. Die schwerwiegenden Folgen für die Tierwelt seien nicht zu unterschätzen, so Rios. Vor allem Fische halten die kleinen Schmutzpartikel oftmals für Nahrung. Rios konnte in vielen Mägen der Fische Plastikteilchen nachweisen. „Und die Verseuchung der gesamten Oberfläche mit Giften und Östrogenen steigt signifikant“, mahnt Rios. Bislang ist noch nicht nachgewiesen, wie stark diese Gifte die Nahrungskette beeinflussen.

 

Die Plastikverschmutzung ist in den Great Lakes teilweise schlimmer, als in den Meeren. An bestimmten Stellen waren die Werte 24 mal so hoch, wie in Proben aus dem südlichen Atlantik.

 

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