Die zehn schmutzigsten Orte der Welt

Die Mülldeponie in Agbogbloshie in Accra Foto:Blacksmith Institute

Umweltgifte bedrohen weltweit das Leben von Millionen Menschen. Krankheiten durch industrielle Schadstoffe, wie Blei, Quecksilber oder Chrom nehmen mittlerweile ein Ausmaß an wie die drei globalen Infektionskrankheiten Aids, Malaria und Tuberkulose. Die Schweizer Umweltorganisation Green Cross und das Blacksmith Institute listen in ihrem Umweltgiftreport 2013 die zehn am meisten verschmutzten Orte der Welt auf.

 

Laut dem Bericht gefährden Umweltverschmutzungen die Gesundheit von über 200 Millionen Menschen weltweit, vor allem in Entwicklungsländern. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass 20 Prozent der Todesfälle in Entwicklungsländern direkt durch Umwelteinflüsse verursacht sind.

Umweltgifte sind für ein Fünftel der weltweiten Krebserkrankungen verantwortlich.

 

Der Citarium River in Indonesien zählt zu den meist verseuchten Flüssen der Welt. In dem wichtigsten Wasserlieferanten der Hauptstadt Jakartas schwimmen Blei, Kadmium, Chrom und weitere Pestizide. Über 500 000 Tausend Anwohner sind den Giftstoffen direkt ausgesetzt, über fünf Millionen indirekt. Anliegende Haushalte und Fabriken kippen ihren Müll in den Fluss und kontaminieren so das Trinkwasser der Hauptstadt sowie die Wasserzufuhr angrenzender Reisfarmen und Lebensmittel verarbeitender Firmen. Die jüngst gemessenen Giftwerte des Citarium Rivers übersteigen den empfohlenen Grenzwert um ein 25 000-faches.

 

Indonesien hat es gleich zweimal „geschafft“ sich unter die Top-Ten der schmutzigsten Orte der Welt zu reihen. In der Provinz Kalimantan verunreinigt Quecksilber mehrere Flüsse. Um die 1000 Tonnen Quecksilber verdampfen dort jährlich bei der Suche nach Gold. Das sind 30 Prozent der weltweiten Quecksilber-Emissionen.

 

2 Millionen Tonnen Rohöl haben das Niger in den letzten 50 Jahren verschmutzt Foto: Terry Whalebone

Eine der größten Elektroschrott-Halden befindet sich in Ghanas Hauptstadt Accra. Auf der Agbogbloshie Deponie türmen sich Computer, Handys, Kühlschränke und weiterer Elektromüll aus den westlichen Industrieländern. Millionen Tonnen Elektroschrott landen dort. Laut BBC verschiffte allein Großbritannien 2011 über sieben Millionen gefährlichen Elektromülls nach Agbogbloshie. Männer, Frauen und Kinder zertrümmern oder verbrennen den Elektroschrott, um an verwertbare Rohstoffe, wie Aluminium, Eisen oder Kupfer zu gelangen. Blei, Phosphor, Arsen, Quecksilber verpesten Luft, Grundwasser und Boden und gefährden tagtäglich das Leben von mehr als 40 000 Menschen.

 

In Bangladesch kippen über 250 Gerbereien täglich 22 000 Kubikliter hochtoxisches Abwasser in den Burigangam River. Dhakas wichtigste Wasserquelle sprudelt nur so von krebserregendem Chrom. 160 000 Menschen sind den Giftstoffen direkt ausgeliefert.

 

Weiter nennen Green Cross und das Blacksmith Institute den Fluss Matanza-Riachuelo in Argentinien, das Niger-Delta in Nigeria, Dzershinsk und Norilsk in Russland, Tschernobyl in der Ukraine und Kabwe in Sambia als die giftigsten Orte der Welt.

 

Green Cross und das Blacksmith Institute wollen mit ihrem Umweltgiftreport nicht nur die Aufklärung der Öffentlichkeit, sondern auch Gegenmaßnahmen bewirken. Beide Organisationen kämpfen seit Jahren gegen die Umweltverschmutzung in Entwicklungsländern. Ihre Sanierungsprojekte zeigen, dass schnelles und konsequentes Handeln zu erheblichen Verbesserungen führen. „Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die Beseitigung der Umweltgifte anspruchsvoll, aber nicht unmöglich ist. Wir müssen die nötigen finanziellen Ressourcen und das Engagement aufbringen und möglichst rasch handeln“, sagt Dr. Stephan Robinson, Bereichsleiter für Abrüstung und Wasser bei Green Cross.

 

CFE

 

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Bildergallerie

Agbobloshie, Ghana Foto: Blacksmith Institute
Agbobloshie, Ghana Foto: Blacksmith Institute
Agbobloshie, Ghana Foto: Blacksmith Institute
Chernobyl, Ukraine Foto: Blacksmith Institute
Chernobyl, Ukraine Foto: Blacksmith Institute
Chernobyl, Ukraine Foto: Blacksmith Institute
Dzershinsk, Russia Foto: Blacksmith-Institute
Hazaribagh, Bangladesh Foto: Blacksmith-Institute
Kabwe, Zambia Foto: Blacksmith-Institute
Kalimantan, Indonesia Foto: Blacksmith-Institute
Matanza Riachuelo, Argentina Foto: Yanina Budkin/World-Bank
Niger River Delta, Nigeria Foto: Terry Whalebone
Norilsk, Russia Foto: Blacksmith-Institute

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