
Mehr naturnahe Flächen in Städten forderten jetzt dieDeutsche Umwelthilfe (DUH) sowie 70 Kongressteilnehmer, die über Potenziale zur Förderung der biologischen Vielfalt und von Naturerlebnisräumen in Ballungszentren bei ihrer Fachtagung „Perspektiven für Wildnis in der Stadt“ in Frankfurt am Main debattierten.
Der Kongress war Abschluss eines zweieinhalbjährigen Projekts „Wildnis in der Stadt“. Die DUH hatte es organisiert, die Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) hatte es bezahlt, weil naturnähere und wildere Grünflächen in Städten nicht nur die biologische Vielfalt unterstützen, sondern auch den Menschen in Ballungszentren als Naturerlebnisräume dienen.
65 Prozent der Deutschen wünschen sich „wilde“ Natur
In Modellstädten wie Arnsberg, Gelsenkirchen, Leipzig und Berlin-Spandau zeigte der Umweltschutzverband dabei, wie Wildnis in der Stadt erfolgreich etabliert und kommuniziert werden kann. „Die Umsetzung der 2007 von der Bundesregierung beschlossenen Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt kommt nur sehr schleppend voran“, begründet DUH-Geschäftsführer Sascha Müller-Kraenner das Projekt. „Wir wollen die Städte ermutigen, auf mindestens zwei Prozent ihrer Grünflächen naturnäher und wilder zu werden und damit einen stärkeren Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten.“ Dies käme, so der Verband, dem Wunsch vieler Menschen nach: In der Naturbewusstseinsstudie von 2013 sagten 65 Prozent der Befragten, dass sie Natur umso schöner fänden, je wilder sie sei.
Wildnis bringt auch mehr Lebensqualität in die Stadt
Städte verfügten bereits über eine „grüne Infrastruktur“. Ihre Parks und Gärten, das Grün an Straßen und Fassaden, Bäume und Hecken, Flüsse und Seen sowie Waldbereiche bieten attraktive Lebensräume für verschiedenste Tier und Pflanzenarten. „Durch die Förderung von mehr „urbaner Wildnis“ kann dieses Potenzial weiter ausgeschöpft und die biologische Vielfalt einer Stadt erweitert werden“, betont Ulrich Stöcker als Leiter des DUH-Naturschutz. Eine grünere und wildere Umgebung trage zudem zu mehr Wohlbefinden und Lebensqualität der Bewohner bei.
Im Gegensatz zu gepflegten Park- und Grünanlagen zeichnet sich „urbane Wildnis“ nach Ansicht des Verbands dadurch aus, dass der Mensch auf den Flächen so wenig wie möglich eingreift. „Urbane Wildnis“ aber sei kein Selbstläufer. „Beachtet werden müssen auch konkurrierende Nutzungsvorstellungen der Anwohner oder Bedenken in Bezug auf Platzmangel in Ballungszentren“, wissen die Naturschützer. Für sie gilt es daher auch mit der Tatsache umzugehen, dass Stadtwildnis ein Teil der Freiräume der Stadtbevölkerung ist und deshalb nicht hinter einen Zaun gehöre. Der dauerhafte Schutz der unterschiedlichen Ökosysteme hänge existenziell von einer starken öffentlichen Wertschätzung ab.
red
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