Fallensteller mit Kamera: Einblicke ins Verborgene

Nashorn bei Nacht Foto: Will Burrard-Lucas

Wildlife-Fotograf Will Burrard-Lucas ausgezeichnet: Der Brite gewann beim aktuellen Wettbewerb des renommierten BBC Wildlife Magazine mit seinen in Sambia aufgenommenen Nachtaufnahmen freilebender Tiere.

global° erzählt Burrard-Lucas, wie er mit einer speziellen Kamerafalle sensationelle Aufnahmen wilder Tiere schießt. Er verrät, wie lange er geduldig warten muss, bis er seine preisgekrönten Aufnahmen „im Kasten hat“ - und ob die Arbeit bei Nacht in der afrikanischen Savanne ihn nicht auch das Fürchten lehrt.

 

Was unterscheidet Fotografieren mit der Kamerafalle von „normalen Fotos?

Bilder mit „normalen“ Fotoapparaten aufzunehmen erfordert, dass ich als Fotograf auf die Szene vor meiner Linse reagiere. Wenn ich die Kamera-Falle nutze, muss ich mein Bild, die Lichtverhältnisse oder die Bildkomposition voraus planen. Alles weitere ist schlichtes Warten – bis ein Tier genauso wie ich es geplant habe in die Falle tappt. Den Rest erledigt die Kameratechnik.

 

Wie teuer ist eine solche Ausrüstung?

 

Der Camtraptions PIR Bewegungssensor für meine DSLR-Kamera kostet 165 britische Pfund, das sind etwa 210 Euro. Es gibt ihn auch als Baukasten übers Netz zu kaufen.

 

Was macht den Reiz der nächtlichen Wildlife-Fotografie aus?

Es bringt mir verschiedene nachtaktive Tiere vor die Linse. Nachtaufnahmen wildlebender Tiere sind sehr selten, aber solche Bilder können beim Betrachter viel bewegen. Außerdem erfordert Fotografieren bei Nacht vom Fotografen mehr Kreativität.

 

Verfolgen Sie damit auch einen wissenschaftlich Anspruch?

Dafür ist die DSLR-Kamera-Falle meist zu unhandlich und zeitraubend – zudem ist sie zu teuer. Für die wissenschaftliche Aufnahmen ist es sinnvoller kleine und handlich Kameraformate zu nutzen wie etwa die Modelle von Bushnell.

 

„Natur fotografieren ist zeitraubend und anstrengend“

 

Will Burrard-Lucas

Wie lange mussten Sie für Ihr von der BBC preisgekröntes Bild des Nashorns nachts auf der Lauer liegen?

Um dieses Foto zu schießen, ließ ich meine aufgebaute Fotofalle etwa eine Woche draußen stehen. Wenn Sie die Falle an einem belebten nächtlichen Trampelpfad der Tiere positionieren, reicht oft auch schon eine einzige Nacht aus, um fantastische Bilder zu bekommen.

 

Haben Sie ein Lieblingsbild?

Das Bild des Nashorns ist tatsächlich auch mein persönliches Lieblingsfoto.

 

Und welches Tier ist Ihr Lieblingstier?

Am liebsten fotografiere ich afrikanische Wildhunde. Sie sind äußerst neugierig und wollen alles wissen. Deshalb schrieb ich über sie auch in meinem Blog.

 

Und haben Sie nachts nicht auch Angst, wenn Sie in der Wildnis den Tieren nachstellen?

Ich sichere mich immer vorher ab. Wenn es nötig ist, begleitet mich auch ein erfahrener Guide oder Ranger. Aber ich liebe die Wildnis und ich bin gern draußen in der Natur. Angst kenne ich eigentlich nicht – mindestens solange mich mein Blitzlicht vor Angreifern schützt.


pit

 

 

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