Fische der Nordsee erholen sich

Foto: flickr/Flora Bittermann

Hoffnung für Meeresfische der Nordsee: Neue Studie des Thünen-Instituts für Seefischerei in Hamburg belegt, dass sich die Nordseefische erholen. 27 von 43 Beständen befinden sich in einem guten ökologischen Zustand, darunter auch Scholle und Hering. Anlass für die Untersuchung gibt die Umsetzung der EU-Meeresstrategie-Richtlinie. Diese fordert von allen Mitgliedsstaaten eine ausführliche Bewertung der Meeresumwelt.

 

Drei Kriterien waren für die Bewertung entscheidend: Nutzungsraten, Bestandsgrößen und Bestandsstrukturen. Damit eine Fischgemeinschaft die Bewertung „guter ökologischer Zustand“ bekam, mussten alle drei Kriterien positiv ausfallen. Es handelte sich hierbei um Einzelanalysen, die die Wissenschaftler anschließend in eine Gesamtbewertung zusammenfassten. Die Studie bezieht sich auf den Zeitraum von 1984 bis 2011.

 

Begrenztes Fischereimanagement wirkt

 

Der Fischereidruck nahm im letzten Jahrzehnt deutlich ab. Die Fangquoten orientieren sich heute viel stärker an der Wissenschaft als noch zuvor. Dem und der Tatsache, dass es weniger Fangflotten vor allem in Nordeuropa gibt, ist es zu verdanken, dass sich die Fischbestände nun so positiv entwickeln. Dennoch betont Dr. Nikolaus Probst, Hauptautor der Studie: „Die Auswirkungen der Fischerei sind immer noch zu hoch, um der großen Mehrheit der Bestände einen guten Zustand zu bescheinigen.“ Immerhin gibt es 16 Bestände, die nicht ausschließlich gute Ergebnisse bezogen auf die drei Kriterien vorweisen. Besonders Hai- und Rochenarten fallen darunter, aber auch Kabeljau, Flunder und Seezunge erholen sich kaum und leiden noch immer unter Überfischung.

2018 wird eine Neubewertung erfolgen. Bis dahin erhoffen sich die Wissenschaftler durch weitere Maßnahmen wie Langzeit-Management, die Errichtung von Meeresschutzgebieten und die anstehende Reform der EU-Fischereipolitik noch positivere Entwicklungen der Fische.

Die Ergebnisse der jetzigen Studie geben dennoch Grund zur Freude, denn es zeigt sich: Wir sind in der Lage unsere Meere und die darin lebenden Arten zu schützen. Nach all den Schreckensmeldungen gibt dieser Positiv-Trend Grund zur Hoffnung, dass es noch nicht zu spät ist die vom Menschen gemachte Umweltzerstörung aufzuhalten.

 

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