
Masami Yoshizawa ist der Held von Fukushima: Der 59 Jahre alte Bauer aus dem Städtchen Namie aus der Nähe des explodierten Atomkraftwerks kehrte zurück auf seine Farm in der Sperrzone. Dort versorgt er einige Hundert Kühe mit Futter und bewahrt die Tiere vor dem Hungertod – gegen den Willen der Behörden.
Yoshizawas Leben in der Todeszone beschreibt die New York Times (NYT) in einem einfühlsamen Porträt des Bauers. Der ist kein gefühlsduseliger Tierfreund – bis zum AKW-Unfall in Fukushima züchtete Masami Yoshizawa seine Rinder für den Schlachthof.
Bauer riskiert seine Gesundheit für die Kühe in der AKW-Sperrzone
Als im März 2011 das Kraftwerk vom Tsunami überrollt wurde und anschließend explodierte, forderten die Behörden alle Bewohner Namies zum Verlassen ihrer Höfe auf. Auch Yoshizawa floh – zunächst.
Dann wurde ihm klar, dass seine Tiere allein nicht überlebten. Er kehrte zurück, fand viele verhungert oder verdurstet Kälber neben toten Kühen. Einige hatten es geschafft, aus den Ställen zu fliehen und streiften durch die Umgebung – gemeinsam mit Tieren der Nachbarhöfe. Die Polizei der Gegend stufte sie als Verkehrsrisiko ein, weil die Tiere immer wieder den Lastwagen auf dem Weg zur AKW-Baustelle in die Quere kamen.
Yoshizawa beschloss zurück zu kehren und die streunenden Tiere einzusammeln. Jetzt füttert er über 300 Rinder in seinem Stall. „Sie haben“, zitiert ihn die NYT, „jetzt ein längeres Leben als sie es früher zu erwarten hatten.“

Protest gegen den Umgang der Japaner mit dem Unfall in Fukushima
Das Futter finanziert er aus Spenden, sein Land ist inzwischen abgegrast von den vielen Tieren. Und bei der Sorge um die Kühe, riskiert der Bauer seine eigene Gesundheit. „Die Strahlenwerte“, sagt Yoshizawa, „liegen eineinhalb Mal höher als der Wert, der uns zur Evakuierung zwang.“
Die Polizei sieht dennoch nicht gern, dass der Bauer seine Ranch of Hope bewirtschaftet. Mehrmals wurde er deswegen festgesetzt, musste schriftliche Entschuldigungen unterzeichnen und versprechen nicht wieder zu kommen. Yoshizawa stört das nicht. Er hat schon vor dem Unfall gegen die Atomnutzung demonstriert, jetzt sagt er, beweise die Lage in Fukushima, dass er damit Recht hatte.
pit
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