
Sieg für Greenpeace: „Der größte deutsche Geflügelproduzent wird gentechnikfrei“, verkünden die Regenbogen-Kämpfer. Sie trotzten der PHW-Gruppe (Marke: Wiesenhof) den Verzicht auf Gen-Soja im Tierfutter ab.
Gut ein halbes Jahr ist es her, da hatten die Umweltschützer verkündet: „Die Mehrheit der Deutschen will kein Fleisch, das mit Gen-Futter produziert wurde.“ Es war das <Ergebnis einer Meinungsumfrage. Die Demoskopen von <link http://bit.ly/1z1NP7H >Forsa <hatten in 33 städten Deutschlands Kunden im <I>Greenpeace-Auftrag befragt. Ergebnis: 79 Prozent der Verbraucher wollten nicht, dass Legehennen und Geflügel Futter fressen, das von genetisch veränderten Futterpflanzen stammt.
Verzicht auf Genfutter ist für Greenpeace Signal für Lebensmittelbranche

Kurz vor Ostern 2014 stellten Aktivisten in Supermärkten dies Ergebnis vor und forderten die Händler sowie Produzenten zum Verzicht auf Gen-Soja auf. Jetzt zeigt die Kampagne Wirkung. „Wiesenhofs Entscheidung gegen Gen-Soja ist ein Signal an die gesamte Geflügelbranche“, verkündet GP-Landwirtschaftsexpertin Stephanie Töwe.
150.000 Tonnen Sojaschrot soll laut GP allein die PHW-Gruppe jährlich in ihren Mastställen verfüttern. Demnach schlachte die Gruppe pro Woche circa 4,5 Millionen Hähnchen - im Jahr ungefähr 240 Millionen Tiere. Das Schrot stamme großteils aus Nord- und Südamerika, „Nord- und Südamerika, wo ein Großteil der Pflanzen gentechnisch verändert ist“, sagt Greenpeace.
Der Anbau gefährde die Artenvielfalt und richte durch den hohen Einsatz von Spritzmitteln ökologische Schäden an: Unkräuter werden resistent, in der Folge müssen immer mehr Spritzmittel eingesetzt werden.
Arbeiter und Anwohner in Brasilien und Argentinien seien, so die Umwelt- und Verbraucherschützer, den Giften oft schutzlos ausgeliefert. „Der Gensoja-Anbau ist eine Katastrophe für die Umwelt und die Menschen in den Anbauländern“, sagt Töwe. Sie betont: „Wenn die Geflügelbranche jetzt mit Wiesenhof mitzieht, stärkt das zugleich alle gentechnikfreien Soja-Anbauer.“
Jetzt soll McDonalds auch auf Gen-Futter-Fleisch verzichten

Nach den Hähnchen-Mästern nimmt Greenpeace deren Großabnehmer ins Visier. McDonald's etwa beziehe über „21.000 Tonnen Geflügelfleisch pro Jahr“ aus den Tierfabriken. Der Fastfoodkette komme daher eine zentrale Rolle zu, wenn sich die Standards in der Haltung und Fütterung dauerhaft verbessern sollen. Der Restaurant-Konzern wiegelt ab, sage, das gehe nicht. Ein Argument das Greenpeace nun entkräftet sieht. Stefanie Töwe: „Die Wiesenhof-Entscheidung zeigt: McDonald's lügt. Der Handel hat vorgemacht, dass es ohne Gentechnik geht, und nun zieht auch der größte deutsche Geflügelmäster mit. McDonald's verspielt seine Glaubwürdigkeit.“
pit
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