Geplünderter Planet – Globaler Burn-Out

Foto: Truthout.org/flickr (CC-BY-NC-SA-2.0)

Die Biodiversität nimmt ab, während die Nachfrage an natürlichen Ressourcen weiter wächst. Die Tierpopulationen haben sich seit 1970 um bis zu 52 Prozent verkleinert. 1,5 Erden sind derzeit nötig, um den aktuellen Ressourcenverbrauch zu decken. Mehr und mehr zehren wir Naturkapital auf, das zukünftigen Generationen fehlen wird. Die wachsende Erdbevölkerung und der hohe Ökologische Fußabdruck vervielfachen den Druck auf unsere Ressourcen.

 

Das ist das zentrale Ergebnis des „Living Planet Reports 2014“, den die Naturschutzorganisation WWF am Dienstag in Berlin vorgelegt hat. Der Living Planet Report 2014 misst die Veränderungen der weltweiten Biodiversität und des menschlichen Konsums. Die Studie wird alle zwei Jahre vom WWF gemeinsam mit der Zoologischen Gesellschaft London (ZSL) und dem Global Footprint Network (GFN) erstellt.

 

„Wir entziehen uns und unseren Kindern die Lebensgrundlagen in schwindelerregender Geschwindigkeit“, warnte Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland. „Macht die Menschheit weiter wie bisher, sind bis 2030 zwei komplette Planeten nötig, um den Bedarf an Nahrung, Wasser und Energie zu decken.“

Grafik: Living Planet Report 2014/WWF

Auch im Bezug auf Deutschland sieht es keineswegs besser aus: Jeder von uns verbraucht laut WWF pro Jahr mehr als doppelt so viele Ressourcen, wie ihm im globalen Mittel zustehen. Unser Ökologischer Fußabdruck stagniert seit zehn Jahren auf hohem Niveau, für den hochgerechneten deutschen Verbrauch wären 2,6 Planeten nötig.

 

„Wir sind weit davon entfernt, Vorbild zu sein. Es muss uns endlich gelingen, den deutschen Fußabdruck auf ein nachhaltiges Maß zu senken“, forderte der WWF-Vorstand. „Nur eine Verringerung des Fußabdrucks kann auch für die nachfolgenden Generationen ein hohes Wohlstandsniveau garantieren. Daher können und müssen wir uns diese Anstrengungen als eine führende Industrienation leisten.“

 

Die Frage ist also: Was tun, wenn der Ressourcenhunger mit der Bevölkerung immer weiter wächst? Die Produktivität der Nutzflächen kann kaum noch gesteigert werden. Eine Stellschraube ist sicherlich die derzeitige Verschwendung von Lebensmitteln. Zur Zeit landen teilweise weniger als 50 Prozent der auf dem Feld wachsenden Nahrungsmittel auf dem Teller. Ein Teil davon wird zu Biosprit und Tierfutter verarbeitet. Der andere Teil geht bereits bei der Ernte oder dem Transport verloren oder landet spätestens beim Konsument im Müll. Theoretisch würde die Produktivität ausreichen noch mehr Menschen auf diesem Planeten zu ernähren.


hjo

 

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