Großer Etappensieg für Tierschützer: Wer in Indien den Wunsch verspürt, Delfine zu bestaunen, muss dazu auch weiterhin raus aufs offene Meer- denn Delfinshows stehen nicht länger zur Debatte. Das entschied das Ministerium für Umwelt und Wälder am 17. Mai 2013 und gab in einem Rundschreiben die Anweisung, sämtliche Anträge zum Bau weiterer Delfinarien abzuweisen.
Die Begründung: Delfine seien außergewöhnlich intelligent, sozial und sensibel, eine Haltung der Tiere in Gefangenschaft sei daher inakzeptabel. Die indische Regierung berief sich nach Informationen des WDC auf die Erkenntnisse zahlreicher, internationaler Verhaltensforscher, denen zufolge die Meeressäuger den Status „nicht-menschlicher Personen mit eigenen Rechten“ genießen sollten.

Genau dies fordert die im Jahr 2010 entstandene Helsinki Deklaration: Interdisziplinäre Experten kamen darin zu dem Schluss, dass Wale und Delfine Anspruch auf ein „Recht auf Leben, Freiheit und Wohlbefinden“ haben. Ihr neues Recht in Indien: Sich niemals zwecks Aufführung „belustigender“ Kunststücke missbrauchen und einsperren zu lassen.
Der Versuch der Einführung Großer Tümmler aus dem Schwarzen Meer war in den 90er Jahren gescheitert- alle Tiere starben. Seitdem hatte die Unterhaltungsindustrie immer wieder neue Vorstöße zur Genehmigung von Delfinarien unternommen. Dass dem nun edgültig ein Riegel vorgeschoben wurde, ist für den WDC ein Meilenstein auf dem Weg zur Anerkennung der Tiere als „Personen.“
Signalwirkung für Deutschland?
Ein Meilenstein mit Signalwirkung? „Nachdem die indische Regierung mit gutem Beispiel vorangegangen ist, sind nun alle Augen auf Deutschland gerichtet. Auch bei uns steht die Frage nach einem Haltungsverbot für Wale und Delfine auf der politischen Agenda“, erläutert Dr. Karsten Brensing vom WDC. Der Mitte Mai getagte Bundestagsausschuss zum Thema habe die nicht-artgerechte Haltung der Tiere offenkundig gemacht, so Brensing weiter.
„Wie sollen wir als Gesellschaft den Freiheitsentzug der in deutschen Zoos gehaltenen Delfine rechtfertigen?“ Nicht nur diese Frage stellt der Meeresbiologe in seinem kürzlich erschienen Buch „Persönlichkeitsrechte für Tiere.“ „In den grundlegenden Fähigkeiten, die uns Menschen zu Personen machen, steht uns eine ganze Reihe von Tieren in nichts nach- Selbstbewusstsein, Mitgefühl, strategisches Denken, ja selbst die Kommunikation im Rahmen einer einfachen Grammatik“, schreibt der Autor weiter.
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