Bewohner in Sorge: Erdöl-Förderung vor Kanaren

Ölbohrinseln wie die Deepsea Delta auch bald vor den Küsten der kanarischen Inseln? Foto: wikimedia commons/ Erik Christensen

Trotz zahlreicher Proteste: Spanischer Konzern Repsol bohrt seit Dienstagmorgen 50 Kilometer vor den Küsten der Urlaubsinseln Lanzarote und Fuerteventura nach Öl. Nach unterschiedlichen Schätzungen liegen vor den kanarischen Inseln zwischen einer halben und einer Milliarden Barrel Erdöl – eine Menge, die den Jahresverbrauch Spaniens für rund zwei Jahre decken würde.

 

Die Menschen auf den Kanaren lehnen diese Probebohrungen aber entschieden ab. Umweltschützer sehen die reiche Tier- und Pflanzenwelt der Kanarischen Inseln bedroht. Die Inselbewohner, die vor allem vom Tourismus leben, fürchten zudem einen Imageschaden für die Region. Ein geplantes Referendum der Regionalregierung wurde auf Antrag der Zentralregierung vom spanischen Verfassungsgericht verboten, berichtet die taz.

 

In der vergangenen Woche protestierten Greenpeace-Aktivisten gegen die geplanten Bohrungen. Zunächst positionierten die ihr Aktionsschiff „Arctic Sunrise“ am Freitag über der beabsichtigten Bohrstelle etwa 60 Kilometer von der Küste von Fuerteventura. Am Samstag griff das spanische Militär die beiden Schlauchbote der Umweltaktivisten mehrmals an, so dass bei den Kollisionen zwei Aktivisten verletzt wurden. Ihren Protest werden die Aktivisten trotzdem nicht aufgeben. Julio Barea, Aktivist auf der „Arctic Sunrise“, bestätigt: „Greenpeace wird hier bleiben, um die einmalige Unterwasserwelt der Kanaren vor der Ölausbeutung durch Repsol zu schützen.“

 

Die Organisation warnt vor den Folgen solcher Probebohrungen. Bereits 2010 kam es bei vergleichbaren Bohrungen im Golf von Mexico auf der Plattform „Deepwater Horizon“ zu einer Explosion gefolgt von einer der schwersten Ölkatastrophen in der Geschichte USA. Ein Ölunfall vor den Kanaren träfe nicht nur die einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch vor allem die Tourismusindustrie und die ortsansässige Fischerei, so Greenpeace. JET

 

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