Jagd auf Robben in Kanada beginnt

Foto: Wikimedia CC/GNU1.2/Matthieur Godbout

Sie knüppeln wieder kleine Heuler:Am Sonntag beginnt an Kanadas Ostküste die diesjährige kommerzielle Robbenjagd. 400.000 Sattelrobben dürfen in den nächsten Wochen laut der vom kanadischen Fischereiministerium (DFO) herausgegebenen Quote getötet werden. Das meldet die Tierschutzorganisation IFAW-Deutschland.

„Trotz jahrzehntelanger Subventionen in Millionenhöhe hat die kanadische Robbenjagd ihren ökonomischen Tiefpunkt erreicht“, betonen die Robben-Schützer in ihrer Pressemeldung. Seit 20 Jahren versuchen demnach „Regierung, Industrie und Lobbyisten vergeblich, zusätzliche Robbenprodukte wie Salami oder Biodiesel auf den Markt zu bringen“. Statistiken der kanadischen Regierung zeigten aber, sagt IFAW, dass über 90 Prozent der getöteten Robbe weggeschmissen werden und die kommerzielle Jagd nach wie vor in erster Linie auf die Felle abziele. Laut Vorschrift müssen die Kadaver jedoch vollständig genutzt werden.

„Die Robbenjagd ist tot. Es gibt keinen Markt mehr für die Produkte aus dieser extrem grausamen und überflüssigen Jagd“, so Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Direktor des IFAW-Deutschland. „Die kanadische Regierung muss endlich aufhören, die Steuergelder ihrer Bürger zu versenken. Außerdem sollten für die Robbenjagd die gleichen Gesetze gelten wie für andere Jagden auf Wildtiere auch, wo es Bedingung ist, dass das ganze Tier genutzt wird. Es kann nicht sein, dass 90 Prozent der Kadaver auf dem Eis verrotten, nur weil man an die ohnehin inzwischen fast wertlosen Felle will.“

Nach Handelsverboten für Robbenprodukte in vielen Ländern (Armenien, Taiwan, Russland, Kasachstan, Weißrussland, Mexiko, USA) sowie in der EU ist der Markt laut IFAW für Robbenfelle „in den letzten Jahren eingebrochen“. In der vergangenen Saison brachte ein Fell nur noch etwa 27 Dollar ein. Kanada und Norwegen hatten das EU-Handelsverbot für Robben-Podukte vor der Welthandelsorganisation WTO angefochten. Der Prozess kostete Kanada zehn Millionen Dollar und endete damit, dass die WTO die Rechtmäßigkeit des Handelsverbotes bestätigte.

IFAW nennt Zahlen: „In den letzten Jahren wurde die Jagdquote aufgrund der fehlenden Nachfrage nicht annähernd ausgeschöpft. Letztes Jahr wurden 59,318 Tiere getötet, 2013 waren es 97,918. Auch die Zahl der aktiven Robbenjäger ist seit 2006 drastisch zurückgegangen: 2006 waren es noch 5.594, 2008 nur noch 2.964 und letztes Jahr sank die Zahl auf 393.“


red

 

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