Jagd greift in die Evolution der Tiere ein

Foto: Wikimedia CC/GNU 2.5/Kootenay/Qyd

Jagd beeinflusst die Evolution von Tieren: Biologen der University of Alberta belegen, dass der Jagddruck auf Prachtexemplare von Dickhorn-Schafen (Ovis canadensis ) in den Ram Mountains von Kanada seit 1975 um gut 20 Prozent abnahm. Ursache ist die Trophäenjagd in der Region, sagt Studienleiter David Coltman.

Coltman nennt das Phänomen eine "künstliche Selektion". So zitiert ihn Earth Talk: "Die so getöteten Tiere mit den größten Hörnern haben dabei nämlich keine Chancen mehr, ihre guten Gene an spätere generationen weiter zu geben."

 

Unnatürliche Selektion verändert den Genpool der wilden Tiere

 

Coltman warnt: Der Genpool der prächtigen Tiere werde so allmählich leer geplündert.

Er bezieht sich auf seine umfangreiche Daten-Erhebung, die er in den Ram Mountains nahe Nordegg im kanadischen Bundesstaat Alberta seit Jahren zusammenträgt und penibel auswertet. Der Wissemschaftler ist sich sicher: "Auch wenn wir heute mit dem Jagen der Tiere, deren Hörner die besten Trophäen abgeben, auhören, wird es lange Zeit brauchen, bis die Bestände sich wieder so weit erholt haben, dass die Tiere wieder normal große Hörner tragen."

Forscher der kalifornischen University of California Riverside (UCR) stützen Coltmans These mit ihren eigenen Beobachtungen und Daten. Auch sie entdeckten, dass Trophäenjagd zu einer Verarmung im Tierreich führe, weil dabei immer die kräftigsten Tiere ins Fadenkreuz der Jäger geraten und damit ihre Gene als erste aus dem Pool gefischt würden. Die kalifornsichen Wissenschaftler stellten an den Populationen des als Speisefisch gejagten Neuweltlichen Ährenfischs (Labidesthes sicculus ) in den zurückligenden Jahrzehnten fest, dass die Exemplare immer kleiner werden. Ursache: Die großen Fische werden früher gefangen und verspeist - ihre Gene gehen dem arterhalt verloren.

Eine Erfahrung, die auch Joyce Poole von Elephant Voices einer Artenschutz-Organisation in Mosambik teilt. Sie beobachtete, dass während des Bürgerkriegs zwischen 1977 und 1992 in dem afrikanischen Land, die Wilderei auf Elefanten überhand nahm, weil die Stoßzähne als lukrative Schwarzmarkt-Finanzquelle für die Kämpfer galten. In der Folge, zitiert Earth Talk die Artenschützerin, hätten vor allem Stoßzahnlose weibliche Tiere überlebt und sich vermehrt. Ihre Zahl habe sich auf gut 50 Peozent in den Herden vermehrt, während sie normalerweise unter sechs Prozent liegen - eine dramatischeVerschiebung der Gene durch den menschlichen Eingriffin die Evolution.


pit

 

 

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