
Aufräumen unter Wasser: Freiwillige gehen auf Tauchstation - vor der Küste Ost-Japans sammeln die Schnorchler im Pazifik vor der Provinz Sanriku die Überreste ein, die vom Tsunamie vor zwei Jahren dort abgelagert worden sind. Gemeinsam mit anderen Helfern wollen sie so wieder Platz für Fischfarmen schaffen – oder die Wanderwege der Lachse in ihre Laichgewässer wieder vom Schutt befreien.
Autowracks, Telefonzellen, gesunkene Schiffe oder weggespülte Häuser sanken auf den Grund des Ozeans, nachdem die Flutwelle sie im März 2011 ins Meer gerissen hatte.
Das kann so nicht bleiben, beschloss Tauchlehrer Hiroshi Sato. Er schart seither Freiwillige aus ganz Japan um sich. Er lehrt sie das Tauchen, damit sie unter seiner Ägide den Grund des Ozeans säubern können.
18 Mio. Tonnen Schutt spülte der Tsunamie in den Pazifik
Zu tun gibt es genug: Vor der ganzen Küste in der japanischen Prefektur Iwate stoßen die Sanriku Volunteer Divers auf die traurigen Reste der Naturkatastrophe vom 11. März 2011. Damals hatte zunächst die Erde gebebt, dann peitschte der Ozean mit meterhohen Brechern übers Land. Die Welle riss mit sich, was das Erdbeben erschüttert oder schon zerstört hatte. Millionen Tonnen Schutt spülte das Wasser fort. Sie treiben seither gen Nordamerika.
18 Millionen Tonnen dümpeln auf einer Fläche, die zehnmal so groß ist wie die Bundesrepublik, allmählich vor die Küsten Kanadas und Kaliforniens. 2013 wird die Fracht vor Hawaii erwartet, ein Jahr darauf trifft sie aufs Festland.
Die Hobby-Taucher aus Hiroshi Satos Crew arbeiten mit Fischern vor Ort zusammen. Sie kartieren den Tsunamie-Müll, heben die oft schweren Teile gemeinsam mit den Fischern aus dem Wasser und deponieren den Schrott an Land.
Obwohl dafür einiges Tauch-Können Voraussetzung ist, bietet Hiroshi Sato auch Unterwasser-Neulingen die Chance, mitzumachen. Sie können etwa bei Streifgängen entlang der Küste die dort angeschwemmten Teile entsorgen oder die geborgenen Fundstücke aus dem Pazifik an Land deponieren. Zugleich, so Sato, könnten diese Aktionen auch die Sensibilität für die Ökologie der Meere erhöhen. Aus der Aktion, so hofft der Tauchlehrer können sogar eine Touristenattraktion entstehen.
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