
In der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Nature bestätigt ein internationales Wissenschaftlerteam große Wassermengen im inneren der Erde. Eine Fiktion wird Wirklichkeit!
In seinem Abenteuerklassiker „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ verschafft uns Jules Verne einen fantastischen Blick ins Innere der Erde. Mit der Beschreibung eines gigantischen, unterirdischen Meeres beflügelt er unsere Vorstellung, was „dort unten“ alles sein könnte. Dank der Forschung von Professor Frank Brenker von der Goethe-Universität Frankfurt am Main und seinen kanadischen Kollegen wurde diese Vorstellung - zumindest was das Wasser betrifft - nun Wirklichkeit. Dabei „ist es leichter, Untersuchungen an den entferntesten Punkten unseres Sonnensystems durchzuführen als direkt unter unseren Füßen“, erläutert Prof. Brenker vom Institut für Geowissenschaften.
Der Vermutung, dass sich Wasser durch die Bewegung der Kontinentalplatten ins Erdinnere verlagert, gehen Forscher schon seit geraumer Zeit nach. Bisher war jedoch unklar, ob die wassergesättigten Mineral- und Gesteinsschichten im Inneren der Erde das Wasser durch die hohen Drücke und Temperaturen ähnlich wie ein Schwamm wieder herausdrücken. Man weiß mittlerweile, dass sich die Struktur der Minerale in einer relativ dünnen Schicht zwischen 410 und 670 Kilometern Tiefe ändert. Aufgrund dieser Strukturänderung sind die Minerale in der Lage, höhere Gehalte an Wasser zurückzuhalten, weshalb hier riesige Wassermengen gespeichert werden könnten. Laut Franz Brenker sind Tiefbohrungen nur bis zu einer Tiefe von etwas mehr als 10 Kilometern technisch möglich. Eine direkte Probenentnahme im inneren der Erde ist somit unmöglich.

Das Mineral Ringwoodit brachte die Erkenntnis
Die Wissenschaftler sind auf einen so genannten Probentransport in der Erde angewiesen. So weiß man, dass eine spezielle, hochexplosive Vulkanart - so genannte Kimberlite - Material aus Tiefen von mehreren hundert Kilometern in nur wenigen Stunden an die Erdoberfläche befördert. Umliegendes Probenmaterial wird beim Wachstum dieser Kimberlite in großen Tiefen eingeschlossen.
Den Nachweis von Wasser im Erdinneren verdanken die Forscher um Franz Brenker dem einzigartigen Fund eines Minerals mit dem Namen Ringwoodit. Laut der aktuellen Pressemitteilung des Informationsdienstes Wissenschaft (idw) bildet sich dieses Mineral erst bei einem Umgebungsdruck, der einer Tiefe von mindestens 520 Kilometern entspricht. In dieser Tiefe ist Ringwoodit das häufigste Mineral. Wissenschaftler halten es als einer der beiden wichtigsten Wasserspeicher.
Nach unzähligen, weltweit laufenden Untersuchungen an der Ringwoodit-Probe können Franz Brenker und seine Wissenschaftskollegen der University of Alberta in Edmonton, Kanada, nun mit Gewissheit sagen, „dass die Gesteinsschichten der tiefen Erde, zumindest lokal, sehr hohe Wassermengen (bis zu einem Gewichtsprozent) gespeichert haben“. Auf die gesamte Zone hochgerechnet würde das bedeuten, dass sich unter unseren Füssen die sechsfache der Wassermenge der heutigen Ozeane befindet.AVA
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