
Der Umzugsplan steht: Australische Wissenschaftler beschreiben Regeln, wann sie welche Arten aus vom Klimawandel betroffenen Gebieten umziehen und an neue Habitate gewöhnen wollen. Eine nicht ganz unumstrittene Idee.
Der Klimawandel wird Australiens Tier- und Pflanzenwelt hart treffen. Der jüngste Bericht des Weltklimarats spricht da eine deutliche Sprache: Schon ein Anstieg der Temperatur auf der Erde von durchschnittlich 2 bis 4 Grad Celsius wird demnach rund ein Drittel aller Schmetterlingsarten auf dem fünften Kontinent ausrotten. Weitere Horrorzahlen der Wissenschaftler: Weil etwa im Bundesstaat Queensland fast die Hälfte aller heute von Reptilien besiedelten Lebensräume sich verändern wird, droht dort nach Erkenntnissen der Forscher zwischen 7 und 14 Prozent aller Reptilien und gut 18 Prozent der Froscharten das Aus.
IUCN sucht neue Rettungsansätze gegen Folgen des Klimawandels
Kein Ende der „bad news“: Eine von zehn Vogelarten und zehn bis 15 Prozent aller Säugetierarten in Australien sind durch den Klimawandel vom Aussterben bedroht.
Grund genug für die International Union for Conservation of Nature (IUCN) neue Ansätze im Kampf gegen die Folgen dieser Veränderungen im Klimasystem unseres Globus zu suchen. Wissenschaftler verschiedener australischer Universitäten sowie der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) suchen nach einem jetzt im britischen Guardian veröffentlichten Bericht, daher gemeinsam nach Richtlinien, ob, wann, welche und wie ganze Arten in neue Habitate umziehen können.

Ein Plan mit Haken: Die Zeitung zitiert die Wissenschaftlerin Tracy Rout, Biologin von der University of Queensland und Mitautorin der jetzt vorgelegten Studie mit den Worten: „Wir diskutieren sehr viel darüber, ob das überhaupt eine gute Idee sein kann.“
Umsiedlung von Arten bleibt unter Experten umstritten
Rout hofft dennoch, dass die Ergebnisse ihrer Arbeit einmal helfen wird, Entscheidungen über die Umsiedlung ganzer Tierarten in dann weniger vom Klimawandel betroffene Zonen des Kontinents zu entscheiden. Ziel der Forscher ist es, dafür eine Formel zu finden, die dann Vor- und Nachteile für die „Umzügler“ ebenso mit kalkuliert wie die Auswirkung auf die in den Zielregionen bereits lebenden Populationen. Die sollen dort schließlich weiter leben können und nicht ihrerseits durch die Neuankömmlinge vertrieben oder gar bekämpft werden.
Rout selbst bleibt laut dem britischen Bericht skeptisch. „Ich glaube nicht, dass wir jetzt große Völkerwanderungen auslösen“, sagte sie dem Blatt, „trotzdem brauchen wir für den Fall der Fälle eine saubere Entscheidungsbasis.“
pit
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