Konferenz zu Klimawandel und Naturschutz

Foto: ap/Heike Rothacker

Rund 200 Experten aus 22 Ländern debattieren derzeit drei Tage lang in Bonn über Klimawandel und Naturschutz. Eingeladen hat das Bundesamt für Naturschutz (BfN). Sie tauschen sich über Maßnahmen aus, wie Naturschutz die Erderwärmung mildern kann.

Das aktuelle Hochwasser überschattet die Gespräche. „Die Wissenschaft ist sich einig: Der Klimawandel ist in Europa angekommen“, sagte BfN-Präsidentin Beate Jessel zum Auftakt der Konferenz: „Die Zunahme der Starkregen-Ereignisse, die zu den verheerenden Hochwasserschäden an Elbe und Donau geführt haben, auf der einen Seite und die Dürreperioden in Teilen Europas auf der anderen Seite, sprechen eine deutliche Sprache.“

 

Vernetzung von Biotopen wichtig auch für Klimaschutz

 

Für den Naturschutz stelle sich die Frage, wie sich Arten und Lebensräumen optimal an die Klimaveränderungen anpassen könnten. Die Handlungsempfehlungen der Wissenschaftler umfassten, so Jessel, neben einer Anpassung des Managements vor allem eine verbesserte Vernetzung von Schutzgebieten sowie den Aufbau grenzüberschreitender Biotopverbundsysteme.

„Damit die vom Klimawandel bedrohten Arten geeignete neue Lebensräume finden können, ist die europaweite Durchlässigkeit der Landschaft von großer Bedeutung“, meint die Präsidentin der deutschen Naturschützer. Auch in Deutschland gäbe es noch erheblichen Nachholbedarf, etwa bei der Schaffung eines länderübergreifenden Biotopverbunds. Daher müssten Investitionen in eine grüne Infrastruktur gestärkt werden.

 

Naturschutz ist bester Hochwasserschutz

 

Die Teilnehmer der Konferenz erfahren viel darüber, wie Ökosysteme und Naturschutzmaßnahmen zum Klimaschutz sowie zur gesellschaftlichen Anpassung an die Folgen des Klimawandels beitragen können. „In vielen Fällen stellen ökosystem-basierte Maßnahmen im Vergleich zu technischen Lösungen kosteneffektive Alternativen dar und erzeugen zudem oft noch weiteren Zusatznutzen für Mensch und Natur“, betont dazu die Pressestelle des BfN in einer Meldung. So trage die Rückgewinnung naturnaher Auen-Gebiete zum Hochwasserschutz bei, unterstütze die Selbstreinigung der Gewässer, mindere die Emission von Kohlendioxid und schaffe Hotspots der Biodiversität.

„Die Anlage von Grünflächen als Frischluftschneisen in Städten schafft nicht nur neue Lebensräume für an urbane Lebensräume angepasste Pflanzen und Tiere, sondern verbessert das Lebensumfeld der Stadtbewohner, u. a. indem die städtische Überhitzung vermindert und Luft gefiltert wird“, so das Bundesamt. Die Erhaltung und die Wiederherstellung kohlenstoffspeichernder Ökosysteme wie Moore und Wälder, so das BfN stünden daher im Mittelpunkt eines des ökosystem-basierten Klimaschutzes.

 

 

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