Kunstschnee: Wintersportler als Klimasünder

Foto: flickr/bi dr Gondamaika

Stoppt die Schnee-Kanonen: Der umweltpolitische Sprecher der bayerischen SPD-Landtagsfraktion feuert Breitseiten gegen das Wintervergnügen auf Pisten. Ludwig Wörner attackiert die Umweltfrevler, die für Kunstschnee nicht nur Millionen Kilowattstunden Strom pro Saison vergeuden. Der Spaß koste den Steuerzahler im südlichen Freistaat der Republik auch satte 22 Millionen Euro!

Rechtzeitig zur Rückkehr der weißen Pracht auf den Bergen Deutschlands rüstet der Sozialdemokrat zum Angriff auf die Freizeitsportler. Wörner beklagt den immensen Energie und Wasserverbrauch durch die künstlich beschneiten Hänge, wenn in milden Wintern die natürliche Grundlage für den Skisport nicht mehr ausreichend vorhanden ist. „Völlig absurd“, so der Landtagspolitiker, sei die stete Ausweitung der Kunstpisten: „Weil es aufgrund des Klimawandels weniger schneit, setzt man immer mehr auf Schneekanonen, die jedoch durch ihren enormen Stromverbrauch selbst zur weiteren Erderwärmung beitragen.“

 

Strom-Verbrauch wie fast 8.000 Haushalte

 

Seine Kritik untermauert der Oppositionspolitiker mit Zahlen der bayerischen Staatsregierung. Demnach, so Wörner, sei „die künstlich beschneite Fläche in Bayern von 413 Hektar im Jahr 2005 mittlerweile auf 765 Hektar angewachsen“. Für ihn ein Skandal, zumal die Touristikern in Deutschlands Süden noch immer keine Grenzen ihres Tuns erkennen ließen. Derzeit, so zitiert Ludwig Wörner in seiner Anklage, lägen weitere Förderanträge für die Skigebiete Oberaudorf, Sudelfeld, St. Englmar, Oberjoch sowie am Buron vor.

Klimaschutz sähe anders aus, rechnet der SPD-Mann vor. Der Stromverbrauch der Schneekanonen in Bayern sei inzwischen auf 27,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr angestiegen. Pure Energieverschwendung für ein Freizeitvergnügen, das ansonsten auf der natürlichen Grundlage ausgeübt werden könne.

„Da ein Durchschnittshaushalt etwa 3.500 Kilowattstunden jährlich verbraucht, könnte man mit dem von den Schneekanonen verbrauchten Strom ca. 7.900 Privathaushalte ein ganzes Jahr lang mit Strom versorgen“, sagt Wörner. Hinzu komme der extreme Wasserverbrauch bei der künstlichen Beschneiung. Pro Jahr werden hierfür um die 2,3 Millionen Kubikmeter Wasser benötigt. Diese Menge reiche aus, „um den jährlichen Wasserbedarf von mehr als 56.000 Personen in Deutschland zu decken.“

Zu allem Übel unterstütze die Staatsregierung in München diesen Umweltfrevel mit Geld aus dem Haushalt. „Allein seit 2009 sind mehr als 22 Millionen Euro an staatlichen Subventionen für die Errichtung von künstlichen Beschneiungsanlagen gezahlt worden“, begründet der SPD-Umweltpolitiker seine Forderung nach einen Stopp der Förderprogramme für Schneekanonen.

 

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