
Akustikerkennung soll den illegalen Abschuss von Tieren und die Rodung von Bäumen bekämpfen helfen: Die Geräte im Dschungel auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán sollen Geräusche von Schrotflinten und Kettensägen an Wissenschaftler und Ranger melden. Die werden aktiv und schützen damit die illegale Ausbeutung natürlicher Ressourcen.
Die Agentur Pressetext berichtet jetzt über ein Projekt, das Ökologen der University of Southampton gemeinsam mit Kollegen der Universidad Autónoma Metropolitana zum Schutz von Jaguaren und Pumas in drei angrenzenden Regionen mit geschützten und ungeschützten Wäldern in der mexikanischen Region organisieren. Sie fahnden mit Aufnahmegeräten namens AudioMoth im Geräuschgewirr des Urwalds nach verdächtigen Tönen, die Hinweise auf unerlaubte menschliche Aktivitäten verraten.
Immer weniger Lebensraum für Jaguar und Puma in Mexiko
"Dorfgemeinden in der Nähe dieser Naturschutzgebiete bewirtschaften die natürlichen Ressourcen auf als 'ejidos' bekannten Gemeinschaftsflächen. Jagd für den Eigenbedarf und Holzgewinnung durch die Anwohner ist in den 'ejidos' erlaubt, aber es existieren keine wirksamen Maßnahmen um den Jagddruck zu regulieren", zitiert die Agentur Evelyn Piña Covarrubias von der University of Southampton, die damit den Hintergrund für ihre Forschung erklärt: Habitatfragmentierung durch wachsende Viehbestände und die geringer werdende Verfügbarkeit ihrer bevorzugten Beute seien große Gefahr für diese Großkatzen. "Zusätzlich werden die Tiere nach Angriffen auf Vieh oft aus Rache durch die Dorfbewohner getötet, oder von Wilderern, denn es gibt immer noch einen Markt für die einzigartig getupften Felle der Jaguare."

Heute leben noch rund 6.000 Jaguare auf weniger als 40 Prozent der Fläche ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets in Mexiko, beschreibt die Agentur die Ausgangslage des wissenschaftlichen Lauschangriffs. Gleichzeitig sei nur wenig über die Populationen der Pumas bekannt, da es schwierig sei Individuen zu identifizieren. Anders als Jaguare haben Pumas kein einzigartiges Fleckenmuster.
Den Artenschützern mangelt es bislang an verlässlichen Daten. Obwohl zwei der untersuchten Flächen private Reservate sind, werden Schutzmaßnahmen oft durch das Fehlen von Daten ausgebremst. Es fehlt an Geld und Personal, um illegale Aktivitäten zu entdecken und zu melden.
Geldmangel erschwert den Artenschutz
Piña Covarrubias: "Schutzgebiete überall auf der Halbinsel Yucatán sind viel zu schlecht finanziert, um sich effektive und sichere Patrouillen in weiten Teilen der natürlichen Waldgebieten leisten zu können. Die meisten akustischen Datenlogger auf dem Markt sind viel zu teuer, um als Netzwerk installiert werden zu können, oder sie haben nur eine geringe Akkulaufzeit." Mit AudioMoth sollen Ranger und Verwalter deshalb nun Zugang zu einem Erfassungssytem haben, das potenziell große Flächen abdeckt, wodurch sie sofort auf Warnsignale reagieren können. Das Gerät wurde von Andrew Hill und Peter Prince, zwei Doktoranden der Computerwissenschaften an der University of Southampton, in Zusammenarbeit mit ihrem Professor, Alex Rogers von der University of Oxfordentwickelt. Das Endprodukt ist darauf ausgelegt, einen Alarm mit Informationen zu Art und Ort der Geräusche in Echtzeit an Parkranger weiterzuleiten.
red
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