Mit Kanonen auf Öl- und Gas-Suche

Foto: wikimedia commons/ Rainer J. Wagner

In Kürze starten Ölsucher vor der US-Ostküste Testläufe mit Unterwasser-Kanonen. Das Echo des Schalls der ohrenbetäubenden Knalllaute soll Aufschluss darüber geben, wo sich unter dem Meeresboden Öl- und Gasvorkommen befinden. Dieser Krach aber hat immense Folgen und gefährdet vor allem die marine Tierwelt und die küstennahe Fischerei.

 

Derzeit überlegt das US-amerikanische Innenministerium, Unternehmen zu erlauben, im Atlantik nach Hochsee-Lagerstätten fossiler Energieträger zu suchen. Zum Einsatz kommen Kanonen, welche Luft komprimieren und über Wochen hinweg im Zehn-Sekunden-Takt laute Schallimpulse aussenden. Die Detonationen, 100.000 mal lauter als ein Düsenjet (!), sind nicht nur kilometerweit im Ozean zu hören, sondern dringen auch tief in den Meeresboden ein. Das Echo des Schalls hilft, die Gas- und Ölfelder zu lokalisieren.

 

140.000 Wale und Delfine in Gefahr

 

Die US-Regierung schätzt, dass rund 140.000 Wale und Delfine entlang der Ostküste die Leidtragenden sein werden. Die lauten Explosionen verletzen das Gehör der Tiere langfristig oder führen bis hin zum Tod der Meeressäuger. Neben einem Gehörsturz droht den Tieren der Verlust ihres Lebensraums, Störungen bei der Nahrungs- und Partnersuche sowie die Strandung an Land aufgrund von Orientierungsschwierigkeiten. Neben den Meeressäugern sind aber auch Meeresschildkröten und Fische von dem Krach betroffen.

 

Ökologische und ökonomische Auswirkungen

 

Die geplanten Tests stören die marinen Ökosysteme von Delaware bis Florida empfindlich oder zerstören sie sogar. Ein weiteres Problem mit diesen Versuchen ist, dass sie der Öl- und Gasförderung vor der US-Ostküste Tür und Tor öffnen. Die Bohrungen verlaufen nie problemlos. Öl und Gas tritt oft unkontrolliert aus.

Die gravierenden Auswirkungen auf die Fischerei und die Ökonomie lassen sich nur schwer abschätzen. In der Vergangenheit haben Offshorebohrungen bereits zu tragischen Umweltkatastrophen geführt. Austretendes Öl, die Zerstörung von Lebensräumen und Emissionen von Treibhausgasen sind nur einige Beispiele hierfür. JET

 

 

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