Müllschiff „Seekuh“ getauft

Foto: Frank Brodmerkel

Schiffstaufe des – nach eigenen Angaben - „weltweit ersten Müllsammelschiffs“. Der Spezialkatamaran zum Sammeln von Plastikmüll heißt jetzt offiziell „Seekuh. Er gehört Günther Bonin, dem Gründer der Münchner Umweltorganisation One Earth - One Ocean e.V..

12 mal 10 Meter groß, knapp 6 Tonnen schwer: Das Schiff ist zerlegbar und kann per Frachtcontainer zu Einsätzen an jeden Ort der Welt gebracht werden und soll als Forschungs-, Reinigungs- und Aufklärungsschiff auf den Ozeanen kreuzen.

 

Spender finanzieren die Reinigung der Meere

 

Finanziert hat den Bau der „Seekuh“ One Earth - One Ocean e.V. mit Mitteln der Mannheimer Röchlingstiftung und der Deutschen Telekom sowie aus Spenden. Es kostete rund eine Dreiviertel Million Euro.

Mit ihrem Konzept der „ maritimen Müllabfuhr“,will Visionär Bonin vor allem Plastikmüll aus dem Meer fischen und den Kunststoff später wiederverwerten. Seine Umweltorganisation One Earth - One Ocean ruft dazu auf, „dieses drängende Menschheitsproblem aktiv zu bekämpfen“.

Die „Seekuh“, die für den Einsatz in küstennahen Regionen und Flussmündungen konzipiert ist, ist nun das erste seetaugliche Forschungs-, Reinigungs- und Aufklärungsschiff. Der auf der Werft von Lübeck Yacht Trave Schiff GmbH gebaute Katamaran wurde als Arbeitsschiff zugelassen und kann neben dem Müllsammeln auch Wasseranalysen vornehmen. In 2017 soll das Schiff einige Monate in Hong Kong eingesetzt werden, ehe es im kommenden Sommer an der deutschen Ostseeküste Wasserproben analysiert und Müll einsammelt.

 

Katameran fischt Müll aus dem Meer

 

Die Katamaranform ermöglicht es bei einem Tiefgang von nur 60 Zentimetern, zwischen den beiden Rümpfen eine Netzkonstruktion ins Wasser abzusenken, mit der der Plastikmüll bis in eine Tiefe von zwei Metern herausgefischt wird. Damit sich keine Lebewesen in den Netzen verfangen, fährt die durch zwei Außenbordmotoren angetriebene „Seekuh“ in Schrittgeschwindigkeit. In Gegenden mit hohem Müllaufkommen im Wasser kann sie mit ihren Netzen täglich mehrmals zwei bis drei Tonnen Müll sammeln oder bei hohen Verunreinigungen am Strand den Müll nach dem Baggerprinzip direkt an Land schieben.

Günter Bonins Idee: Hochseekühe sollen einmal - autark durch Wind- und Sonnenenergie angetrieben - auf hoher See selbständig Plastikmüll sammeln.


red

 

 

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