
Bessere Zeiten für Gänse und Enten:Die Top-Marken für Outdoor-Bekleidung The North Face, Patagonia, Mammut, Jack Wolfskin und Vaude einigten sich laut Pressemeldungen, künftig keine Daunen von Gänsen und Enten aus Stopfmast oder Lebendrupf zu verarbeiten. global° hatte über die Qualen der Tiere berichtet.
„Für die Foie gras-Industrie ist dieser Schritt weg von Stopfmast und Lebendrupf ein Schlag ins Gesicht“, zitiert die Agentur den Kampagnendirektor der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN. Gabriel Paun: „Endlich gibt es nun Produzenten mit Top-Qualitätsjacken und -Schlafsäcken, die neue globale Standards für den Tierschutz setzen.“
Tierschützer helfen Outdoor-Herstellern Gänse nicht mehr zu quälen
Die Outdoor-Industrie verarbeitet, laut Euroticker-Meldung, „jährlich mehrere hundert Tonnen Daunen, die von Millionen von Gänsen und Enten stammen“. Dabei ist die Lieferkette der Produktion nur schwer kontrollierbar: „Einzelne Feder- oder Daunenlieferungen von einer Farm bis hin zur fertigen Jacke, einer Hose oder einem Schlafsack nachzuverfolgen, stellt eine große Herausforderung dar.“
Die Unternehmen einigten sich daher jetzt auf ein Kontrollsystem, das sowohl die Brutbetriebe als auch die Aufzuchtfarmen, die Schlachtereien, den Transport und die Waschanlage umfassen. Die Transparenz der Outdoor-Produzenten gegenüber der Öffentlichkeit sei dabei essentiell, um die Nachvollziehbarkeit auch wirklich zu gewährleisten, heißt es in Euroticker-aktuell.
Tierschützer hatten jahrelang – zum Teil „under cover“ auf Gänse- und Enten-Farmen recherchiert und das leiden des Federviehs dokumentiert. Vier Pfoten informierte die Outdoor-Firmen über die bestmöglichen Praktiken, „die Tierschutz auf höchstem Sicherheitsniveau garantieren“. Schließlich gelang es den Aktivisten die Unternehmen ins Boot zu holen.
„Die Zusagen“, kommentiert Paun, „bedeuten eine historische Wende.“ Er fügt aber auch an, dass die Unternehmen noch auf unterschiedlichen Niveaus seien, was Sicherheit und Transparenz betreffe. „Wir arbeiten derzeit an einem sicheren und transparenten System der Rückverfolgung, auf das sich die Unternehmen letztendlich alle einigen sollen.“
Schmerzhafte Prozedur für Enten und Gänse
Im nächsten Schritt sollen alle Player der Produktionskette an einen Tisch bekommen, um sicherzustellen, dass keine Daunen mehr aus Stopfmast oder Lebendrupf Verwendung finden. „Wir werden die Firmen dabei unterstützen, sichere und transparente Rückverfolgungssysteme für Daunen zu schaffen, um so die Tierquälerei aus der gesamten Produktionskette zu verbannen“, sagt Paun.
Lebendrupf nämlich ist eine grausame Praxis. Viele Tiere werden dabei verletzt, die Wunden zumeist ohne Betäubung genäht. Drei bis vier Mal müssen Enten oder Gänse die schmerzhafte Prozedur in ihrem Leben ertragen.
Zur Stopfmast drücken die Bauern jedem Tier ein Rohr in die Speiseröhre. Dann stopfen sie gekochten Mais mit Fett in die Vögel - entweder manuell oder mechanisch.
Ungarn und Polen sind laut Euroticker-Meldung in Europa die zwei Top-Produzenten von Gänsen, gefolgt von Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich. Frankreich ist bei den Enten auf Platz eins, danach rangieren Deutschland, Ungarn, Großbritannien und die Niederlande.
pit
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