
Fischer auf Müllfang: Eine belgische Stifung bezahlt Fischer dafür, dass sie Plastik aus dem Meer fischen.
Zu Beginn der Urlaubssaison freuen wir uns auf die Strände der Nord- oder Ostsee: Sandstrände oder Steilküsten, Wattenmeer oder Boddenlandschaft. An Müll denken wir dabei meistens nicht. An den gut aufgeräumten Badestränden lässt sich leicht vergessen, dass die Müllbelastung der Meere weltweit gravierend ist. Ein Forschungsteam fand an allen 32 Stellen, die es in europäischen Gewässern untersuchte Müll – selbst in den tiefsten und abgelegensten Gebieten. Plastik ist der dominante Bestandteil im ozeanischen Müll. Es wird im Meer teilweise zersetzt und gibt dabei Chemikalien frei. Außerdem nehmen Tiere den Plastikmüll als Nahrung auf oder verfangen sich in ihm.
Eine Initiative, die Urlaub mit Umweltschutz verbindet, sind die „Ostsee-Fans“: Für jede Buchung, die über ostsee-fans.de erfolgt, wird von den Hotels eine Erfolgsprämie gezahlt. Die Hälfte davon fließt in Umweltprojekte wie „Fishing for litter“, das Fischer dazu ermutigt, beim Fischen gefangenen Müll sachgerecht zu entsorgen.
Müllentsorgung nebenbei: Fishing for litter
Bísher wurde der mit den Fischen an Bord geholte Müll häufig gleich wieder ins Meer entsorgt – Gründe waren die fehlenden Transportmöglichkeiten und die kostenpflichtige Entsorgung an Land. „Fishing for Litter“ stellt den Fischern so genannte „Big Bags“ - Behältnisse zum Transport des Mülls - und kostenlose Entsorgung in den Häfen zur Verfügung. Die Idee entstand im Jahr 2000 in den Niederlanden. Von der Umweltschutzorganisation Kimo (Kommunenes Internasjonale Milijøorganisasjon) organisiert, wird seit 2003 in Schottland, England und der Niederlande von Fischern der Müll aus dem Wasser geholt. In Deutschland koordiniert der Naturschutzbund (NABU) die Zusammenarbeit von Kommunen, Entsorgungsunternehmen und Fischereigenossenschaften, die mittlerweile an mehreren Ost- und Nordseehäfen besteht.

Waste free Oceans – Fischer werden fürs Müll fischen bezahlt
Im Gegensatz zum Projekt „Fishing for Litter“, das darauf setzt, nebenher möglichst viel Müll einzusammeln, bezahlt die belgische Stifung „Waste Free Oceans“ (WFO) Fischer sogar dafür, dass sie mit ihren Trawlern eigens zum Müllfischen ausfahren. Je nach Größe des Netzes schaffen sie bis zu 8 Tonnen pro Tag. Die Einsatzorte sind vor der belgischen, niederländischen und französischen Küste vor allem an Stellen, an denen sich der herumtreibende Müll sammelt. Der herausgefischte Müll wird gesammelt und recycelt: Firmen wie der Bio-Reinigungsmittelhersteller Ecover verwenden das Meeresplastik zum Beispiel für Spülmittelflaschen.
Doch selbst dieses Projekt wird das Müllproblem alleine nicht lösen können. Auch nicht lokale Reinigungsaktionen wie der „International Coastal Cleanup Day“, der dieses Jahr am 20. September stattfindet und an dem einmal im Jahr von Freiwilligen an den Küsten der Müll aufgesammelt wird. Aber solche Projekte machen die Küsten schöner und halten vielleicht den ein oder anderen Touristen davon ab, zum Müllproblem beizutragen. FME
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