
Arten-Tod mit Langzeitfolgen: Sterben Tiere aus, braucht ein Ökosystem Jahrzehnte oder gar Jahrtausende um den Verlust auszugleichen. Das belegen jetzt Forschungen von wissenschaftlern an der University of Oxford. Das Team um Chris Doughty untersuchte, welche Wirkung das Aussterben des Riesenfaultiers auf das Ökosystem des Amazonasbeckens hatte. Ihr Fazit: Auch nach über 12.000 Jahren konnte die Natur den Verlust des Elefanten-großen Landtiers noch immer nicht wirklich ausgleichen.
Wie die Agentur Pressetext jetzt über die Studie des englischen Wissenschaftler berichtet, konnte nichts den Verlust des prähistorischen Riesenfaultiers ausgleichen: Es fehlt schlicht sein Dung, den die Art über weite Flächen verteilte und damit den für die Pflanzen wichtigen Phosphor für deren Wurzeln verfügbar machte. Jäger und Klimaschwankungen machen die Wissenschaftler für das Verschwinden der großen Tierarten verantwortlich.
Große Tiere verteilten Dung und sorgten für Pflanzenwachstum
Es scheine, zitiert die Agentur aus der Studie, dass die Massenausrottung Folgen für die Phosphorverteilung rund um das Amazonasbecken gehabt habe. „Nährstoffe werden freigesetzt, wenn Steine erodieren und über die Flüsse in die Überschwemmungsgebiete transportiert werden. In Südamerika finden sich die phosphorreichsten Erden nahe den Anden im Westen und den angrenzenden Flüssen wie vor allem dem Amazonas.“ Als Richtschnur nutzten die Wissenschaftler das Verhältnis zwischen der Größe heute lebender Tiere und der Verteilung von Nährstoffen.
Das Modell von Chris Doughty lege nahe, „dass die Megafauna Nährstoffe in der gleichen Zeit 50 Mal weiter verteilt hätte, als es die heutigen Tiere tun“. Das Aussterben dieser großen Tiere habe die Verteilung der Nährstoffe um 98 Prozent verringert.
„Grund dafür ist, dass diese riesigen Tiere viel mehr dazu beitragen, da sie auf der Suche nach Nahrung weitere Strecken zurücklegen und die Nahrung auch länger in ihrem Körper bleibt“, zitiert die Agentur den britischen Forscher: „Sterben große Tiere aus, dann ist das so, als wenn die Arterien durchtrennt werden“, sagt Doughty. Was in Südamerika geschehen sei, soll auch in Nordamerika, Europa und Australien stattgefunden haben. Auch hier wurden viele der großen Tiere ausgerottet.
red
Lesen Sie auch:
Saharastaub düngt Amazonasbecken
Im Kölner Zoo demonstrierern 100.000 Ameisen
Abholzung legt Regenwald trocken

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC
Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels
Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...

Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha
Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...
Foto: Pressenza (CC BY 4.0)
Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...

Foto: ZDF / Martin Kaeswurm
Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...

Screenshot: gunther-moll.de
Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...