Regen rettet Totes Meer – ein bisschen

Foto: GNF

Freude über Dauerregen: Am Toten Meer, dem am tiefsten gelegenen See der Erde, stieg der Wasserpegel nach heftigen Regenfällen der vergangenen Wochen erstmals seit 10 Jahren wieder an. Er sei heute um zehn Zentimeter höher, berichteten israelische Medien.

Naturschützer und Wissenschaftler hatten schon befürchtet, dass der See in der Wüste zwischen Israel und Jordanien spätestens in 50 Jahren ganz austrocknet sei. Übrig bleiben würde dann nur noch eine salzige Kruste, so wie sie über dem südlichen Becken des großen Sees schon heute liegt.

 

Israels Flüsse und Seen erhalten neues Wasser

 

Nun ließ ungewöhnlich heftiger Regen die Zuflüsse Jordan und Yarmuk wieder anschwellen. Selbst der ebenfalls seit Jahren immer leerer werdende See Genezareth im Norden des Landes läuft wieder voll Wasser. In den vergangenen zwei Wochen, berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa) habe sich sein Pegelstand um 94 Zentimeter erhöht. Damit habe er den höchsten Stand seit 2005 erreicht.

Naturschützer kritisieren seit vielen Jahren den immensen Wasserverbrauch in den Gemeinden des Jordantals. Vor allem intensive Bewässerungsprojekte zapfen den Flüssen das Wasser ab und pumpen es auf die intensiv bewirtschafteten Felder israelischer Bauern oder Kibbuze.

Der kleine Ablauf des See Genezareth ist der wichtigste Zulauf des Toten Meers und die wichtigste Wasserquelle der Region. Denn aus dem Toten Meer am Unterlauf des Jordan verdunsten jedes Jahr in der Hitze der Sand- und Steinwüste etwa 8 Millionen Kubikmeter Wasser. Die Folge ist der weltberühmte, hohe Salzgehalt des Toten Meers. „Noch in den 1950-er Jahren flossen 1,3 Milliarden Kubikmeter Wasser ins Tote Meer, heutzutage sind es noch 60 Millionen Kubikmeter pro Jahr“, beschreiben die Wasserexperten des Global Nature Fund (GNF) die missliche Situation im Jordantal und im 210 Meter unter dem Meeresspiegel liegenden Toten Meer.

Die Folge: Der Salzgehalt des Wassers liegt dort laut GNF bei etwa 30 Prozent. Deshalb trägt das Wasser einen Menschen, ohne dass dieser sich mit Schwimmbewegungen an der Oberfläche halten muss.

Dringende Hilfe ist angesagt. Schon im Jahr 2009 setzte der GNF zusammen mit <Friends of the Earth Middel-East</I> ein Projekt zur Renaturierung des Unteren Jordans zwischen dem See Genezareth und dem Toten Meer angeregt. In dem Gebiet leben etwa 300.000 Menschen und sind dringend auf das Wasser angewiesen. Bis 2015 wollen die Naturschützer gemeinsam einen Masterplan umsetzen.

 

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