Reservate retten Vögel der Savanne

Erfolg für den Naturschutz in Tansania: Savannen-Vögel nutzen Naturschutzgebiete als Trittsteine auf ihren Wanderungen nach Westen. Klimawandel und Veränderungen ihrer angestammten Lebensräume zwingen sie, sich nach einer neuen Bleibe umzusehen. Wissenschaftler der Universität York veröffentlichten diese Erkenntnisse kürzlich im Fachjournal Ecology Letters.

 

 

Tanzanian Bird Atlas, Foto: tanzaniabirdatlas.com/ St. Ø. Nilsen

 

Für ihre Studie nutzten die Forscher Datensätze des Projekts „Tanzanian Bird Atlas“ (Vogelatlas Tansanias), welches seit Jahrzehnte die geographische Verteilung der einheimischen Vogelwelt in dem ostafrikanischen Land erfasst. Das Ergebnis der Auswertung: Die Vögel nutzen die Naturschutzgebiete als Trittsteine auf ihrem Flug nach Westen. Denn je länger die Trockenzeit andauert, desto weiter reisen die Tiere – manchmal sogar bis zu 300 Kilometer.

 

<storng>Dr. Colin Beale, Biologe an der Universität York und Autor der Studie, erklärt, dass nicht nur die Säugetiere von dem Netz geschützter Flächen profitieren. Die Naturschutzgebiete helfen auch Vogelarten aus der Trockensavanne, auf Bodendegradierung - hervorgerufen durch Überweidung, Umwandlung in Anbaufläche und den Verlust von Bäumen - sowie den Klimawandel reagieren zu können. „Unsere Nachforschungen legen nahe, dass Schutzgebiete die Vogelwelt vor dem Aussterben schützen […] und Trittsteine für Arten anbieten, die ihre Verteilung als Antwort auf den Klimawandel ändern“, erläutert Beale.

 

Die Folgen des Klimawandels meistern

 

Die Verantwortlichen des Tanzanian Bird Atlas sind sich sicher, dass die Einrichtung von Nationalparks ein angemessenes Mittel ist, um auf die Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren. Neil Baker hebt hervor: „Diese Studie verdeutlicht wieder einmal den Wert der Langzeiterhebung von verlässlichen, aussagekräftigen Daten und der entscheidenden Rolle der Hobby-Wissenschaftler.“ Da es in den afrikanischen Tropen an naturwissenschaftlichen Fachpersonal mangelte, leisteten freiwillige Helfer aus der Bevölkerung einen wichtigen Beitrag zum Projekt, so Baker.

 

Co-Autor der Studie, Dr. Jack Lennon von der Queen's University Belfast bemerkt: „Unsere wichtigste Entdeckung ist, dass sich Investitionen in die Erhaltung von Naturschutzgebieten auszahlen, sogar für Arten, die nicht der Hauptgrund für die Einrichtung der Gebiete waren. Da der Klimawandel voranschreiten wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch die Bedeutung von geschützten Gebieten als Zufluchtsorte […] steigen wird.“ JET

 

 

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