Rettung für die letzten Wildapfel-Bäume

Foto: ap/Kathrin Reinhardt

Nur noch 5.500 wilde Apfelbäume im Land: Bedrückendes Ergebnis – die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) zählte und registriert noch wenige Wild-Apfelbestände in Deutschland: 5.641 Wild-Apfel-Individuen in 244 Wild-Vorkommen.

Der Wildapfel Malus sylvestris ist die einzige wild vorkommende Apfelart Mitteleuropas. Vor allem das östliche Erzgebirge bildet in Deutschland eines der letzten Rückzugsgebiete der ansonsten stark gefährdeten Obstbaumart. Die so genannte Populationsgröße der ursprünglichen Apfelbäumchen schrumpfte – laut der aktuellen Erhebung - auf nur noch 23 Individuen je Vorkommen, vermeldet die BLE jetzt als Ergebnis ihrer Untersuchung in einer Presseerklärung über die vom Bundes-Landwirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Zählung.

Zudem wachsen die alten Obstsorten noch in Sachsen-Anhalt (Mittlere Elbe) und Baden-Württemberg (Südlicher Schwarzwald). Überall aber sind die Bäume überaltert: „Vielen Populationen fehlt es an Verjüngung“, beschreibt die BLE die Lage.

 

Wildapfel: Baum des Jahres 2013

 

Die Wildäpfel sind durch „Ausdunkeln“ bedroht, betonen die Landwirtschaftsexperten: „Der lichtbedürftige Wild-Apfel kämpft mit dem Rückgang der Hartholzauenwälder sowie der Aufgabe der Nieder- und Mittelwaldwirtschaft.“ Der Wildapfel brauche daher geeignete Erhaltungsmaßnahmen, die seinen Fortbestand in Deutschland sichern.

Im Osterzgebirge registrierten Wissenschaftler 625 Wild-Äpfel. Die erfassen sie jetzt morphologisch charakterisieren sie genetisch. Zudem schnitten sie an 150 Standorten bei Pflegearbeiten die alten Sorten frei, pflanzten neue Sämlinge und legten Erhaltungsplantagen an.

Dennoch braucht es weitere Bestandsstützungsmaßnahmen. Was wann und wie an Bestandspflege nötig ist, beleuchten nun Agrarspezialisten in einem Projekt zur „Erhaltung der innerartlichen Vielfalt gebietsheimischer Wildobstarten in Sachsen“.

Immerhin: Es geht um den Fortbestand des aktuellen „Baumes des Jahres 2013“.

 

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