
24. April 2013: Zum 16. Mal begeht die Deutsche Gesellschaft für Akustik (DEGA) den Internationalen Tag des Lärms (International Noise Awareness Day). Geht Ihnen der ständige Geräuschpegel um Sie herum auch auf den Wecker? Wenn das Öffnen des Fensters zur Straße hin schon eine normale Unterhaltung erschwert oder der am Haus vorbei jagende ICE die Wände erzittern lässt?
Genervt zu sein ist das eine- mangelnde Konzentration, Schlafstörungen oder gar Schwerhörigkeit, gerade in Ballungsräumen das andere. Oft bekommen wir die aktuelle Beeinträchtigung gar nicht richtig mit, da unser Gehirn die „normalen“, „unwichtigen“ Sinneseindrücke einfach „wegfiltert.“ Später treten die Folgen dafür umso klarer zu Tage und können krank machen.
Die Leidtragenden sind übrigens nicht nur wir: Wussten Sie, dass auch Spatzen die Stimme heben, um den Alltagsradau zu übertönen? Und, dass Schall unter Wasser viel besser trägt als an Land? Das Gehör der Meeressäuger, die sich am Schall orientieren, wird durch Schiffsverkehr, Öl- und Gassuche sowie Militäreinsätze oftmals irreparabel geschädigt. Als Folge irren die Tiere orientierungslos durchs Meer, finden keine Nahrung mehr, verhungern oder stranden.
Künstlicher Krach für’s Elektroauto
Der Klimawandel, unter anderem die Meeresversauerung verschlimmert dieses Szenario übrigens noch: Je niedriger der pH-Wert, desto lauter die Unterwasserumgebung. Kurios: Bestimmte Fischlarven könnte dies wiederum zu besserem Hören verleiten, wie eine aktuelle Studie vermuten lässt.
Kuriositäten gibt’s auch zurück an Land: Sind Sie schon mal versehentlich einem Fahrradfahrer vor die Reifen gelaufen, weil Sie ihn einfach nicht gehört haben? Um den gleichen Effekt plus Unfallgefahr bei Elektroautos zu minimieren, gibt’s deshalb zum fahrbaren Untersatz noch eine künstliche Schallquelle obendrauf. Ganz ohne Krach geht’s dann eben auch nicht.
Sowieso nicht, denn er ist allgegenwärtig, dauerhaftes Entfliehen fast unmöglich. Unser global°-Tipp zum Tag des Lärms (oder zumindest dem darauf folgenden freien Tag): Getreu seinem Motto einfach mal „ruhig bleiben“. Raus aus der Stadt, hinein ins Grüne und die Stille genießen. Damit der nie endende Krach wieder ein bisschen erträglicher wird… NISO
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