Schutz der Arten: Road Map für neue Straßen

Toter Tapir auf Dschungelstraße Foto: WWF Malaysia/Ching Fong

25 Millionen Kilometer neue Straßen sollen bis zur Mitte des Jahrhunderts den Globus umspannen. Das sind 60 Prozent mehr als 2010. Sie zerschneiden Landschaften, verbrauchen Material, zerstören Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Andererseits sind Straßen unerlässlich für den Fortschritt, weil sie das Zusammenleben erleichtern und die Wirtschaft fördern. Diesen Zielkonflikt nahmen sich jetzt Wissenschaftler vor und entwarfen eine Road Map, um ihn künftig auf ein Minimum zu begrenzen.

Das Problem skizziert William Laurance von der australischen James Cook University: 95 Prozent aller Waldrodungen auf dem Globus liegen nur 50 Kilometer abseits solcher Straßen. Vor allem in den Urwäldern Südamerikas und Südostasiens sei dies erkennbar. „Straßen“, sagt Laurance, „sind wie die Büchse der Pandorra: Deshalb müssen wir das Gleichgewicht zwischen Entwicklung und Schutz der Artenvielfalt ausbalancieren.“

 

Entwicklung und Artenschutz: globale Road Map fürs Gleichgewicht

 

Er puzzelte daher mit Kollegen der Alliance of Leading Environmental Researchers and Thinkers (ALERT) über zwei Jahre. Die Wissenschaftler trugen Daten zusammen. Ihre Karten zeigen jene Regionen des Globus, in denen die Menschen siedeln und in denen sie Waren produzieren oder Handel treiben. Andere zeigen Hotspots der Artenvielfalt. Laurance und Kollegen machten aus der Vielzahl solcher Informationen eine Weltkarte, auf der sie für über 13 Milliarden Hektar Oberfläche der Erde deren Nutzung festhalten: Farblich abgestuft springen so mögliche Konfliktzonen zwischen menschlichen Aktivitäten und dem Erhalt der natürlichen Biodiversität ins Auge.

 

Road Map der Nutzungskonflikte Karte: ALERT

„Wir konzentrierten uns vor allem auf die Agrarnutzung“, sagt Nathan Mueller von der Harvard University. Denn mit dem Anstieg der Bevölkerungszahl brauchen die Menschen in Zukunft auch mehr Lebensmittel.“ Das aber droht den Zielkonflikt zu verschärfen.

Andrew Balmford von der englischen University of Cambridge zieht Bilanz der Studie: „Es war keine leichte Arbeit, aber ich denke, wir konnten die bedeutendsten Flecken auf dem Globus identifizieren.“


pit

 

 

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