So lebt der Osterhase in der Mast!

Foto: Wikimedia commons/Fabien1309

Die süßen Osterhasen zum Fest kommen immer gut an- ob als Karte, Plüschtier oder in Form von Schokolade. Doch nicht immer haben die niedlichen Langohren so viel Glück- so landen sie auch schon mal als Festtagsbraten auf dem Tisch.

 

Und das nicht nur zu Ostern- jährlich werden in Deutschland rund 41.000 Tonnen Kaninchenfleisch verspeist, was etwa 30 Millionen Tieren entspricht. Was bedeutet das hierzulande für die Karnickel? Laut der Tierschutzorganisation Vier Pfoten gab es bis 2012 keinerlei verbindlichen Standards für die Kaninchenhaltung- die Tiere hatten in der Regel weniger Platz als auf einem DIN-A 4-Blatt.

 

Inzwischen hat sich das geändert: Im März 2013 legte das Bundeslandwirtschaftsministerium dem Bundesrat einen Gesetzesentwurf zur Kaninchenhaltung vor. Demzufolge müssen die geselligen Tiere künftig in Gruppen sowie in Ställen von mindestens 80 Zentimeter Länge gehalten werden. Immerhin- doch Vier Pfoten geht das noch lange nicht weit genug.

Tierschutzlabel „Kontrollierte Bodenhaltung“

 

„Kaninchen müssen hoppeln können- alles andere ist Tierquälerei“, erläutert Kampagnenleiterin Dr. Martina Stephany. Für drei aufeinander folgende Hoppelsprünge bräuchten die Tiere jedoch mindestens 1,80 Meter Platz; dies entspreche dem natürlichen Bewegungsablauf der Tiere, so Stephany weiter. Vier Pfoten fordert vom Bundesrat ein vollständiges Verbot der Käfighaltung und, damit einhergehend, mehr Bewegungsfreiheit für die sportlichen Langohren.

 

Ein Argument mehr für vegetarische Ostern. Wenn Sie auf den Hasenbraten zum Fest trotzdem nicht verzichten wollen, halten Sie im Supermarkt die Augen offen: nach dem Tierschutzlabel „Kontrollierte Bodenhaltung“ von Vier Pfoten. Was bedeutet dieses Label für die Tiere? Kurz gesagt: ein besseres Leben. Mindestens 1500 Quadratzentimeterplatz (cm2) Platz pro Tier (für Mutterkaninchen 16.000cm2), Einstreu statt Gitterboden, der die empfindlichen Pfoten der Langohren verletzt, natürliches Licht, erhöhte „Aussichtsplätze“ und die Möglichkeit, sich zu verstecken. Alles Dinge, die für die „konventionelle“ Haltung bislang nicht durchgesetzt werden konnten.

 

 

Logo: Vier Pfoten

Lebende Hasen nur nach reiflicher Überlegung verschenken!

 

Genießen Sie Ihr Osterfest also besseren Gewissens- die süßen Nager werden es Ihnen danken! Übrigens: Auch sonst sollten Sie es eher bei den symbolischen Hasengeschenken belassen- lebende Nager als gut gemeintes Geschenk für die Kinder machen sich schlecht im Osternest. Zumindest dann, wenn Sie sich das vorher nicht genau überlegt haben, denn: Ohne artgerechte Gesellschaft, zu wenig Platz und falsch verstandene Zuneigung seitens der Kinder gehen die leidenschaftlichen Hoppler seelisch ein. Nicht selten enden die Karnickel schließlich im Tierheim oder werden ausgesetzt, wenn die Kinder der neuen Gefährten überdrüssig werden. Vier Pfoten kommentiert dazu: „Machen Sie sich immer klar: Wer ein Tier verschenkt, verschenkt ein Leben!“ NISO

 

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