
Wasser ist (über)lebenswichtig. Dennoch: Staudämme, die dafür sorgen sollen, dass der Rohstoff – etwa in Afrika – den Menschen immer zur Verfügung steht, haben auch einen gravierenden Nachteil: Laut einer aktuellen Studie, sind sie Brutstätten für Moskitos und verbreiten die tödliche Krankheit Malaria.
Wissenschaftler des International Water Management Institute (IWMI) sowie der Consultative Group for International Agricultural Research (CGIAR) untersuchten die Auswirkungen großer Staudamm-Projekte südlich der Sahara. Sie kamen zum Schluss, dass allein die derzeit geplanten 78 größeren Stauwehre zu jährlich rund 56.000 zusätzlichen Malaria-Kranken führen werden. Südlich der Sahara sind nach Schätzungen der Wissenschaftler etwa 174 Millionen Menschen an Malaria erkrankt.
Staudämme: Stehende Gewässer sind Brutstätten für Malaria-Überträger
Die Zahl ermittelten die Wissenschaftler aus den Daten ihrer Studie. Darin untersuchten sie 1.268 Dämme. In der Umgebung von über zwei Dritteln dieser Wasser-Rückhaltebecken zeigen sich erhöhte Fallzahlen von Malariaerkrankungen.
Kein Wunder: Die Anopheles-Stechmücke als Überträger der Krankheit bevorzugt stehende Gewässer. Dort legt sie ihre Eier ab, auch ihre Larven gedeihen an der Wasseroberfläche.
In den Dörfern, die im Umkreis von fünf Kilometern um die Seen liegen, zählten die Forscher rund 15 Millionen Einwohner. Sie errechneten: Dort summieren sich dann etwa 1,1 Millionen Malaria-Kranke – pro Jahr!
Wasser-Management kann Ausbreitung der Malariamücken reduzieren
Das Dilemma zwischen lebenswichtigem Wasser und erhöhter Krankheitsgefahr wollen die Wissenschaftler durch besseres Management der Stauseen angehen. So könnte die Regulierung des Pegelstands dafür sorgen, dass die am Ufer liegenden Mücken-Eier austrocknen und somit ihre Überlebensrate dezimiert wird. Auch der Besatz von Fischen, auf deren Speisekarte Anopheles-Larven stehen, könnte deren Bestand reduzieren.
pit
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