Wärmerekorde und Sturzfluten: Ein Vorgeschmack?

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Was passiert, wenn die fortschreitende Erwärmung durch den menschengemachten Klimawandel mit dem natürlichen Klimaphänomen El Niño zusammenkommt, wird dieses Jahr besonders deutlich. Die globale Temperaturen springen auf neue Rekordwerte: Global der wärmste Sommer und unter Umständen das wärmste Jahr seit 1880. Dabei zeigt sich das Wetter mit zahlreichen Dürren und Überschwemmungen häufig von seiner extremen Seite, so das Deutsche Klima-Konsortium e.V. (DKK) in seiner heutigen Pressemeldung.

 

Verglichen mit der internationalen Referenzperiode 1961-1990, zwar der Sommer 2016 in Deutschland und Mitteleuropa nur geringfügig zu warm. Auch die durchschnittlichen Niederschlagssummen waren allgemein unauffällig. Der Frühsommer dagegen bescherte Teilen des Landes lokale Starkregenereignisse mit einer für diese Breitengrade kaum für möglich gehaltenen Zerstörungswucht. Laut dem DKK war hierfür die außergewöhnlich langanhaltende Großwetterlage „Tief Mitteleuropa“ verantwortlich. Diese Wetterlage herrschte zwischen Ende Mai und Anfang Juni an 10 von 14 Tagen und das an sieben aufeinanderfolgenden Tagen.

 

„Die Projektionen von Klimamodellen lassen eine Zunahme solcher starkregenauslösenden Wetterlagen für die Zukunft vermuten. Die erlebten Sturzfluten können ein Vorgeschmack auf die Sommer in einer zukünftigen wärmeren Welt sein. Und mehr noch: Sie können an jedem Ort in Deutschland eintreten. Darauf müssen wir uns mit noch besseren Wettervorhersagen, mehr Eigenvorsorge der Bürger und einer neuen Kultur im Umgang mit Naturgefahren vorbereiten“, erklärt Dr. Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes. 

Stellt sich die Frage, wie kann man solchen extremen Wetterlagen in Zukunft begegnen und vor allem, wie kann sich der Einzelne vor den verheerenden Schäden schützen? Der Aktionsplan Anpassung II des Fortschrittsberichts zur Deutschen Anpassungsstrategie< an den Klimawandel macht konkrete Vorschläge, wie sich Deutschland auf solche Extreme besser einstellen kann. Genauso wichtig bleiben die Aufgaben des Klimaschutzes, um die Ziele von Paris auch tatsächlich zu erreichen.

 

Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes: „Der Sommer 2016 hat gezeigt: die Anpassung an den Klimawandel wird immer wichtiger. Das Umweltbundesamt hat vor wenigen Wochen vorbildliche Anpassungsmaßnahmen vor Ort - unter anderem zur Vorsorge für Starkregen - mit dem Blauen Kompass des Umweltbundesamtes ausgezeichnet. Ziel ist, dass die Folgen des Klimawandels bereits bei der Stadtplanung stärker berücksichtigt werden. Das heißt zum Beispiel, Städte so zu gestalten, dass Wasser ohne Schäden abfließen kann – sei es über begrünte Dächer oder öffentliche Plätze, die kurzfristig geflutet werden können. Die zurückliegenden Ereignisse zeigen auch, wie wichtig die Doppelstrategie in der Klimapolitik ist: Übergreifende Klimaschutzmaßnahmen, um die Ursachen des Klimawandels zu bekämpfen und die Ziele, die in Paris vereinbart wurden, zu erreichen. Und Maßnahmen zur Anpassung an den nicht mehr vermeidbaren Klimawandel – dessen Folgen wir heute schon erleben“

Alle künftig notwendigen Maßnahmen in Sachen Anpassung an den Klimawandel und zum Schutze der Bevölkerung, genauso wie die Einhaltung der in Klimaziele, vermindern nicht nur klimabedingte Risiken. Sie haben auch viele positive Effekte für Gesellschaft und Umwelt, wie ein gesünderes Stadtklima, mehr Artenvielfalt und eine Verbesserung der Lebensqualität. Das muss es uns Wert sein, auch wenn die Sturzfluten ausbleiben sollten.

Weitere Infos zum Thema unter www.deutsches-klima-konsortium.de

"Fortschrittsbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel" Download hier...

 

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