Tiefsee-Arten überleben seit der Kreidezeit

Foto: Ben Thuy

Manche Arten in der Tiefsee leben schon länger auf der Erde als bislang bekannt: Jetzt entdeckten Forscher vor Florida 114 Millionen Jahre alte Fossilien der Tiefsee-Arten. Die Reste aus der frühen Kreidezeit überdauerten alle Klimaschwankungen und bisherigen Massensterben, etwa der Dinosaurier, der Arten.

Das Forscherteam leitet Ben Thuy vom Geowissenschaftlichen Museum der Universität Göttingen. Seine Kollegen stammen aus Bremen sowie Österreich, Schweden und England. Die Wissenschaftler untersuchten Fossilien am Meeresgrund vor dem US-Bundesstaat Florida. Sie sind der „älteste Nachweis von auch heute noch existierenden Tiefsee-Organismen wie Seeigeln, Seesternen, Seegurken oder Schlangenseesternen“, sagt Thuy. Deren heute lebenden Nachfahren, sagt Thuy „haben sich fast nicht verändert.“ Sie sehen bis heute fast gleich aus, ihre Skelettstruktur ist nahezu dieselbe wie in der Kreidezeit. Thuy: „Über das Verhalten können wir natürlich nur spekulieren.“

 

Arten überlebten Klimawandel und Massensterben

 

Die Forscher aus Deutschland, veröffentlichten ihre Ergebnisse jetzt aktuell in der Fachzeitschrift PLOS ONE

Ihre Arbeiten lassen den Schluss zu, zitiert die Deutsche Presseagentur (dpa) den Wissenschaftler, dass es die heutigen Ökosysteme in der Tiefsee schon viel länger gebe, als bislang angenommen. Vermutlich, so Forschungsleiter Ben Thuy, sei die „Tiefsee weniger anfällig für Massensterben und Veränderungen globalen Ausmaßes als flachere Meeresgebiete“.

Die Erkenntnis revolutioniert das Wissen der Fachleute. Bisher seien Experten der Ansicht gewesen, „dass die heutigen Tiefsee-Ökosysteme aus mehreren Umwälzungen im Zuge von Massensterben und globalen Veränderungen der Ozeane entstanden sind“, sagt Thuy. Da Überreste von Organismen aus der Tiefsee jedoch nur sehr selten als Fossilien gefunden würden, sei eine direkte Überprüfung dieser Annahme nicht möglich gewesen. Die jetzt entdeckten Fossilien - allesamt so genannte Stachelhäuter - ließen dagegen den Schluss zu, dass ein wesentlicher Teil der heutigen Tiefsee-Organismen älter ist als gedacht.

„Selbst bei den letzten großen Umwälzungen der Ozeane in der Kreidezeit und im späten Paläozän muss es Rückzugsgebiete innerhalb der Tiefsee gegeben haben, wo die Organismen sich halten konnten“, zitiert die dpa den Forscher.

 

Tiefsee als ungestörtes Rückzugsgebiet gefährdet

 

Forscher Thuy warnt, auch die Tiefsee sei verletzlich. „Die Funktion der Tiefsee als weitgehend ungestörtes wichtiges Rückzugsgebiet für Meeres-Organismen könnte künftig durch den geplanten Abbau von Bodenschätzen auch in großen Tiefen empfindlich gestört werden», sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

 

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