Das Umweltbundesamt (UBA) fordert ein noch stärkeres Engagement für den Klimaschutz. Am "Tag der Umwelt" lagt die Behörde zudem die aktuellen "Daten zur Umwelt 2017" vor.
„Der Ausstieg der USA aus dem Pariser Abkommen ist keine gute Nachricht. Mehr denn je brauchen wir eine gemeinsame Aufbruchsstimmung für den Klimaschutz, Deutschland muss und kann weiterhin mit gutem Beispiel vorangehen. In allen Sektoren müssen die Emissionen sinken, wenn wir unser Klima schützen wollen. Dazu gehört, dass wir schrittweise aus der Kohleverstromung aussteigen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranbringen. Und neben der Energiewende brauchen wir endlich eine Verkehrswende“, sagt UBA-Chefin Maria Krautzberger.
Emissionen sanken - aber Treibhausgasemissionen verfehlen Zielmarke
Aus den jetzt veröffentlichten Daten ihres Amts geht hervor, dass die Gesamtemissionen zwar zwischen 1990 und 2016 um rund 28 Prozent sanken. "Das nationale Ziel, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent zu senken, wird so jedoch nicht erreicht", betonen die Wissenschaftler des Umweltamts.
Dies liege (auch) am Verkehr, dem einzigen Sektor, in dem die Treibhausgasemissionen seit 1990 nicht gemindert wurden. „Der Verkehrssektor liegt nach neuesten Berechnungen sogar leicht über dem Niveau von 1990. Die Effizienzsteigerungen bei Fahrzeugen sind durch den Trend zu größeren Fahrzeugen und das Verkehrswachstum auf der Straße verpufft“, sagt Krautzberger in einer Pressemittteilung zum "Tag der Umwelt".
Auch in punkto Luftschadstoffe müsse, so die UBA-Präsidentin, der Verkehrssektor nachziehen: "Die Daten zeigen zwar, dass der Ausstoß insgesamt seit dem Jahr 2000 sinkt – gemessen als Index von fünf Luftschadstoffen. Problematisch ist aber nach wie vor der hohe Ausstoß von Stickoxiden in den Städten." 2016 wurde laut UBA der Grenzwert für die mittlere jährliche Stickaoxid-Konzentration an 57 Prozent der verkehrsnahen Messstationen überschritten. Krautzbergers Urteil: "Schuld sind hier vor allem Dieselfahrzeuge."
Badewasser ist okay - aber Grundwasser vielerorts belastet
Besser sieht es beim Wasser aus: 98 Prozent der deutschen Badegewässer erfüllten auch 2016 die Anforderungen der Badegewässerrichtlinie in Europa. "Außerdem hat das Trinkwasser nahezu überall eine sehr gute Qualität", können die Wissenschaftler entwarnen. Dagegen sei der ökologische Zustand vieler Gewässer in Deutschland weniger gut: "Nur rund 26 Prozent der deutschen Seen erreichten 2015 das Prädikat 'gut' oder 'sehr gut' nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie, sagen die UBA-Experten. "Bei den Flüssen und Bächen waren es nur sieben Prozent – kein einziges der Übergangs- und Küstengewässer an Nord- und Ostsee war 2015 in gutem oder sehr gutem ökologischen Zustand."
Auch ist an 18 Prozent der Grundwasser-Messstellen der Grenzwert für Nitrat überschritten. Zum Problem werde vor allem der Stickstoff, der durch zu viel Dünger aus der Landwirtschaft in die Gewässer gelange. Maria Krautzberger: „Der Stickstoffüberschuss aus der Landwirtschaft ist ein Umweltproblem großen Ausmaßes. Maßnahmen wie die Vorschriften der Düngeverordnung greifen noch nicht in erforderlichem Maße.“
red
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