
Investitionen in Umweltschutz lohnen sich: Zu diesem Ergebnis kommt erneut eine Studie aus den USA, die jetzt vom Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlicht wurde. Der „gesellschaftliche Nutzen“ überwiegt demnach die Kosten etwa für Luftreinhaltung um „mehr als das Doppelte“.
Die US-Umweltschutzbehörde hatte vor rund einem Jahrzehnt damit begonnen, die Belastung der Luft durch Stickoxide (NOx) zu deckeln. Diese stammten vor allem aus den gut 2.500 Kraftwerken sowie Industrieanlagen. Die bliesen in den Sommermonaten etwa 650.000 Tonnen Abgas in die Luft über den Städten des USA.
Luft wurde reiner: Ozonbelastung sank bis zu 35 Prozent
Zudem sorgten die amerikanischen Behörden mit Einführung eines Handels für Verschmutzungs-Rechte dafür, dass die Belastung mit bodennahem Ozon in den 20 Bundesstaaten, die sich an dem Umweltprogramm beteiligten, deutlich sank.
Die Studie kann heute belegen: „Durch einen drastischen Rückgang der Emissionen verringerte sich die durchschnittliche Ozonbelastung um mehr als sechs Prozent.“
„Die Zahl der Sommertage mit gefährlich hohen Ozonwerten“, heißt es jetzt in einer Pressemeldung zur Veröffentlichung des IZA, „ging sogar um rund ein Viertel zurück.“

Viele der betroffenen Unternehmen hätten im ersten Programmjahr in Umwelttechnologien investiert. Dadurch sei der NOx-Ausstoß zu Beginn des zweiten Sommers „praktisch über Nacht um 35 Prozent“ abgesackt: „In Folge der geringeren Gesundheitsbelastung reduzierten sich die Gesamtausgaben für Arzneimittel um 1,9 Prozent – das entspricht rund 900 Millionen Dollar jährlich“, zitiert das IZA die wirtschaftlichen Wirkungen des Umweltprogramms. Eine ebenso hohe Summe komme noch hinzu, wenn man den „ökonomischen Wert“ des menschlichen Lebens mit einrechne: „In den am NOx-Programm beteiligten Regionen gab es pro Sommer im Schnitt 2.200 weniger Todesfälle als sonst, insbesondere in der Altersgruppe über 75 Jahren.“
Studie widerlegt Annahme zu hoher Umweltschutz-Kosten
Am IZA bewerten die beteiligten Wissenschaftler die amerikanischen Daten mit Blick auf anscheinend hohe Kosten präventiver Umweltschutz-Maßnahmen – auch in Deutschland: „In der aktuellen Diskussion um die Förderung grüner Technologien stehen meist die Kosten für Unternehmen und Verbraucher im Vordergrund“, betont etwa Studien-Mitautor und Ökonom an der University of California Olivier Deschene. Er folgert: „Unsere Untersuchung zeigt, dass der Preis unterlassener Umweltschutzmaßnahmen dabei häufig unterschätzt wird.“
pit
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