Urlaub mit Sinn: Hilfe für Bergbauern

Helfer beim Käsen Foto: Bergeinsatz/Caritas/Pia Zanetti

Arbeiten, wo andere Urlaub machen: Auf den Bergen der Schweiz ist das nicht nur möglich – für die Bauernfamilien sind Helfer sogar eine wichtige Unterstützung bei der Ernte oder auf der Alp. Seit mehr als 30 Jahren vermittelt daher Caritas Schweiz Freiwillige auf die Höfe, die mit Schippe oder Sense Hand anlegen – Auszeit mit Sinn.

„Rasch, unbürokratisch und solidarisch“ soll die Hilfe bei den Bergbauern ankommen. Die nämlich tragen schwer an ihrem Los. „Je höher, desto ärmer“, beschreibt Caritas Schweiz deren finanzielle Lage. Unvorhergesehene Ereignisse werden für die Bauern, die an steilen Hängen wirtschaften oft zur Existenzfrage. Denn verdienen kann ein Bergbauer in der sonst eher besser betuchten Gesellschaft des eidgenössischen Alpenstaats kaum. Die Vegetationsperioden sind ein bis zwei Monate kürzer, das schmälert den Ertrag pro Fläche. Längere Zufahrtswege, eine schlechtere Erschliessung und steilere Hänge verteuern die Produktion. Daher sank das Durchschnittseinkommen eines schweizer Bergbauern auf 1.800 Franken (knapp 1.500 €).

 

Bergurlaub hilft Bauern: Hilfseinsatz in der Schweiz

 

Caritas Schweiz hilft mit der Aktion „Bergeinsatz“. Bis Ende April fand der kirchliche Dienst rund 300 enthusiastische Liebhaber der Bergwelt. Sie wollen den Naturgenuss mit tätiger Hilfe koppeln. Rund 400 Einsatz-Wochen decken sie im laufenden Jahr bereits ab. Denn jeder Helfer verpflichtet sich, mindestens fünf Tage zu bleiben – und mit zu werkeln.

Das aber reicht längst noch nicht: Noch einmal weitere 600 Helferwochen sind 2014 noch offen und die schweizerische Caritas rechnet damit dass diese kaum ausreichen: „Einerseits beginnt die arbeitsintensive Erntesaison, andererseits führen Unfälle, Krankheiten oder schlechtes Wetter immer wieder zu Engpässen, die die Bauernfamilien nicht allein bewältigen.“

Anpacken ist angesagt: bei der Heuerte, im Stall, am Herd, in der Kinderstube, auf Baustellen oder dem Feld. Mitarbeiten können Erwachsene, die gesund sind und sich fit genug fühlen. Ihre Reisekosten tragen die Helfer selbst – sie fahren ja in den „Urlaub“. Unterkunft und Verpflegung allerdings stellen die Bauernfamilien.

Über mögliche Einsatzorte informiert die „Bergeinsatz“-Web-Seite. Dort sind auch Informationen über die Höfe und Familien zu finden.


pit

 

 

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