
Dank der Veröffentlichung von „Schwarzen Listen“ kann Brasiliens Regenwald aufatmen. Die Brasilianischen Behörden veröffentlichen regelmäßig so genannte schwarze Listen von Kommunen, mit den höchsten illegalen Abholzungsraten.
Nach neuesten Berechnungen der Wissenschaftler vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) und dem Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik (ILR) der Universität Bonn führt diese Politik des „naming and shaming“ (benennen und anprangern) zum Rücklauf der Abholzung des brasilianischen Tropenwaldes.
Der Abholzung einen Namen geben zeigt Wirkung
Brasilien nutzt seit 2008 das politische Instrument des „naming and shaming“ . Hierbei veröffentlichen die brasilianischen Behörden regelmäßig die Namen der Kommunen, mit der höchsten illegalen Abholzungsrate. „Medien und Nichtregierungsorganisationen sorgen dann dafür, dass unter anderem die verantwortlichen lokalen Akteure am Pranger stehen“, berichtet Prof. Jan Börner vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) .
„Kommunen, die auf dem Index stehen, befürchten unter anderem wirtschaftliche Einbußen“, sagt Elías Cisneros, Juniorforscher am ZEF und Mitarbeiter des Instituts für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik (ILR) der Universität Bonn. Dieses Bangen um den Verlust von Marktchancen trägt dazu bei, dass illegale Abholzungen deutlich abnehmen.
Einzelne Faktoren führen gebündelt zur rückläufigen Abholzung
Nach den Berechnungen der Forscher resultierte in den vergangenen Jahren aus der Politik des „naming and shaming“ eine rund 26 Prozent geringere
Waldrodung . Dass man insgesamt von einer Rückläufigkeit der Abholzung sprechen könne, sei auf mehrere Faktoren zurückzuführen, so die Wissenschaftler. „Hierfür ist ein ganzes Bündel an Faktoren verantwortlich“, sagt Elías Cisneros. Dazu zähle auch die Finanzkrise, mit der die Nachfrage international gehandelter Agrar- und Forstprodukte sank.
Verstärkte Kontrollen der Behörden mithilfe eines modernen Satellitenüberwachungssystem sei ein weiterer wichtiger Faktor. Es erfasse auch kleinere illegale Rodungen. Dass die Umweltpolitik Brasiliens eine entscheidende Rolle beim Regenwaldschutz spielt, konnten die Wissenschaftler nun beweisen. „Wir konnten aber mit unseren Berechnungen zeigen, dass es über die Kontrollen hinaus mit den Schwarzen Listen einen weiteren wichtigen Einflussfaktor gibt“, berichtet Cisneros. Die Studie beruht auf einer Semesterarbeit der Studentin Sophie Lian Zhou vom ILR . CDC
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