
In Thüringen starben mehrere Kraniche im Nebel. Die Vögel befanden sich auf ihrem Weg von Spanien und Frankreich in Richtung ihrer Brutgebiete in Osteuropa als eine Kaltfront mit dichtem Nebel sie über dem Nationalpark Hainich überraschte.
Die Kraniche, welche sich sonst an Sonne und Sternen orientieren, waren im Nebel verloren. Viele von ihnen prallten gegen Häuserwände, einige landeten erschöpft auf Landstraßen, wo sie von Autos überfahren wurden, berichtete Stefan Jähne von der Vogelschutzwarte Seebach.
Bisher zehn tote Kraniche gezählt
Noch ist unklar, wie hoch die Gesamtzahl der toten Kraniche ist. Bis Sonntag zählten die Vogelschützer zehn tote Tiere. Zur Zeit werden vier verletzte Vögel, welche wieder ausgewildert werden sollen, in Seebach gepflegt. Die Lage für die überlebenden Kraniche ist noch kritisch: Vorerst steigen sie nicht wieder in die Lüfte, doch am Boden lauern Fressfeinde wie Füchse. Außerdem sind sie Schneeregen und Futternot ausgesetzt. Das, was die Kraniche jetzt dringend brauchen, ist Aufwind, denn nur dann können sie ihren Weg nach Nordosten fortsetzen.
Vogelzug
Doch warum waren die Kraniche jetzt schon unterwegs? Dr. Rudolf Sienhold von der Vogelschutzwarte Seebach vermutet, dass die Kraniche das Hochdruckwetter, welches beste Bedingungen für den Segelflug bietet, genutzt haben, um ihre Reise gen Nordosten zu starten. Die Kaltwetterfront zwischen Hessen und Thüringen habe die Vögel völlig überrascht und endete in diesem tragischen Unglück.
Dass die Kraniche ihren Frühjahrszug um diese Zeit beginnen, ist gar nicht ungewöhnlich. Ende Februar/Mitte März treten sie ihren Rückflug an und kreuzen dabei auch Deutschland. Bei uns gelten die „Vögel des Glücks“ als Frühjahrsboten, umso trauriger ist es, dass für diesen Schwarm die Reise so unglücklich verlief.
Kranichzähler werden
Auf die Witterungsverhältnisse können wir zwar keinen Einfluss nehmen, aktiv im Kranich-Schutz kann aber trotzdem jeder werden. Der NABU fordert dazu auf, Kranich-Beobachtungen im Herbst und Frühjahr mitzuteilen. „Je mehr Daten wir über das Zugverhalten bekommen, desto bessere Aussagen können wir treffen. Nur wenn wir wissen, wo die Kraniche sich aufhalten, können wir vor Ort aktiv Schutzmaßnahmen ergreifen,“ so der NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.
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