Wälder unverzichtbar für Ernährung von Milliarden

Foto: Flickr CC/SA-BY-2.0/Allen Grey

Wälder schützen nicht nur vor den Folgen des Klimawandels. Sie ernähren Milliarden Menschen. Darauf weisen erneut Wissenschaftler der International Union of Forest Research Organizations (IUFRO) in ihrem gerade vor der UNO in New York vorgelegten aktuellen Report hin.

Eine Milliarde Menschen überleben weltweit derzeit nur mit Hilfe von Bäumen und Wäldern. Sie bieten ihnen Schutz und Brennholz. In ihnen finden die Menschen Lebensmittel oder Produkte, mit denen sie Geld erwirtschaften. Diese Zahlen und Fakten nennt der Report, den 60 Wissenschaftler als größtes internationales Netzwerk von Agro- und Forstexperten zusammentrugen.

 

Überlebenswichtig: Nahrhafte Kost wächst auf Bäumen

 

Forests, Trees and Landscapes for Food Security and Nutrition. A Global Assessment Report präsentiert die Argumente: Baumfrüchte sind oft besonders nahrhaft. So enthalten etwa die Samen des Johannisbrot-Baums mehr Eisen als Geflügelfleisch.

Im Wald finden die Menschen nicht nur Wild und Fisch als Nahrung. Proteine, Fett, Mineralien und Vitamine stecken vor allem auch in Insekten. Die Krabbler gelten als wesentliche Quelle, um die wachsende Zahl der Menschen künftig zu versorgen.

 

Wälder sichern 80 Prozent der armen Familien ein Grundeinkommen

 

Wälder sind wichtige Rohstoff-Lieferanten. Fast zweieinhalb Milliarden Haushalte vor allem in Entwicklungsländern brauchen Holz als Energiequelle. Sie heizen ihre Hütten und kochen über dem Feuer auf Holzkohle.

Wälder schützen ganze Ökosysteme. Sie sind das Revier der Bienen, die wiederum als Bestäuber dafür sorgen, dass sich auch auf den Feldern die Pflanzen mehren. Wälder regulieren den Wasserhaushalt und reinigen Wasser. Davon profitiert der Ackerau und die Viehzucht – beides ernährt (auch) Menschen.

Ohne Wälder verdienen vor allem die Ärmsten nichts: Gut 80 Prozent des Einkommens eines Haushalts in der Sahelzone etwa stammt aus dem Verkauf von Shea-Nüssen. Weltweit fanden die Wissenschaftler einen ähnlichen Zusammenhang: Je niedriger das Einkommensniveau, desto wichtiger ist der Anteil, den Bäume und Wälder zum Existenzminimum beisteuern.

Diese Zusammenhänge beachten Menschen viel zu wenig, sagen die Wissenschaftler. Noch immer holzen sie Wälder ab – etwa um neues Farmland zu gewinnen. 73 Prozent der verlorenen Wälder gehen auf das Konto von Ackerland. Wenn die Menschen aber das sich selbst gesetzte UN-Entwicklungsziel erreichen und bis 2025 den Hunger auf der Erde ausrotten wollen, sei dies genau der falsche Ansatz sagen die Forstexperten im Report an die UN.


pit

 

 

Lesen Sie auch:

 

Mehr Wald: Zeichen setzen gegen den Klimawandel

Traditionelle Waldnutzung wirkt sich positiv auf Artenvielfalt aus

Wälder erholen sich nicht von den Eingriffen des Menschen

Most Wanted

Sarah Baker Foto: LLL/flickr CC

Hoffnung für den Klimaschutz

Wissenschaftler am Lawrence Livermore Forschungslabor haben nicht nur den Schlüssel gefunden, mit...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Pexels

Kehrseite des Sportevents: Tonnenweise Essensmüll

Superbowl: In der Nacht des Football-Endspiels der besten Teams verzehren die Zuschauer – im...


Foto: Pixabay CC/PublicDomain/Arek Socha

Neuer Ansatz für Ökoenergie: Strom aus Wassertropfen

Neue, Idee für die Energiewende: Wissenschaftler der City University Hongkong entwickelten einen...


Neu im global° blog

Foto: Pressenza (CC BY 4.0)

Atomwaffen verstoßen gegen das Recht auf Leben

Die Organisationen IALANA, IPPNW und ICAN weisen anlässlich des Tages der Menschenrechte auf den...


Foto: ZDF / Martin Kaeswurm

"Schattenmacht Blackrock"

Der amerikanische Finanzinvestor Blackrock verwaltet im Auftrag seiner Kunden über sechs Billionen...


Screenshot: gunther-moll.de

Die Botschaft

Eine lebenswerte Zukunft im Einklang mit der Natur ist auf diesem Planeten möglich, wenn wir uns...


Folgen Sie uns: