Wale in der Elbe? - Na klar!

Foto: wikimedia commons/Erik Christensen

Elbanwohner meldeten erste Schweinswal-Sichtungen: Die Wale folgen Fischschwärmen, welche ihnen als Nahrung dienen, vermuten Forscher. Schon seit 2007 betreibt die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) das Sichtungsmeldeprogramm für Schweinswale in den großen norddeutschen Flüssen. In den letzten Tagen sichteten Anwohner zwei Schweinswalgruppen, eine bestehend aus drei, die andere aus zwei Tieren.

In den letzten Jahren erhielten die Forscher der GRD immer wieder Meldungen von gesichteten Schweinswalen in Ems, Jade, Weser und Elbe. 2012 gingen Rekordmeldungen von 67 Schweinswalen in der Weser und 47 Walen in der Elbe ein. Die GRD-Forscher gehen davon aus, dass die verbesserte Wasserqualität der Flüsse ganz entscheidend für das Auftreten der Schweinswale ist, denn dadurch finden sich wieder viele Fischarten in den Flüssen ein, die als Nahrung für die Schweinswale dienen. Eine Hypothese, die die Forscher nun überprüfen wollen.

 

Mit Klickdetektoren den Walen auf der Spur

 

Die Biologen Denise Wenger, Projektleiterin der GRD, und Dr. Veit Hennig von der Universität Hamburg installierten mit der Unterstützung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Hamburgs vier Klickdetektoren (CPODs, Continuous Porpoise Detectors) in der Elbe. Diese zeichnen die hochfrequenten Töne der Schweinswale auf und sollen helfen, Verständnis über ihre Verbreitung und ihr Verhalten zu gewinnen. Bisher vermuten sie, dass Stint und Finte die Fischarten sein könnten, die ganz oben auf dem Speiseplan der Schweinswale stehen und für die sie den Weg den Fluss hinauf in Kauf nehmen. Hinzu kommt, dass der Nahrungsdruck in der Nordsee vor allem durch die starke Befischung immer mehr steigt, sodass die Wale auf die Flüsse ausweichen müssen.

 

Einzige heimische Walart in der Nordsee

 

Der Schweinswal wird bis zu 1,80 m groß und ist damit eine der kleinsten Walarten. Äußerlich ähnelt er dem Delphin, allerdings hat der Schweinswal nicht die für den Delphin typische langgestreckte Schnauze. Er ist der einzige heimische Wal der Nordsee und ist gesetzlich geschützt, allerdings sieht es mit der Umsetzung des Schweinswal-Schutzes eher schlecht aus, verendet er doch immer noch als Beifang in den Stallnetzen der Fischerei. Um einen besseren Schutz für den Schweinswal gewähren zu können, müssen die Wissenschaftler so viele Daten wie möglich sammeln, deshalb ist jeder, insbesondere die Flussanwohner, dazu aufgefordert, Sichtungen zu melden. Denn es gilt: Je mehr wir über eine Art, ihre Verbreitung und ihr Verhalten wissen, desto effektiver können wir sie schützen.

 

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