Wolf im Südwesten wider da – gleich überfahren

Foto: Joachim Flachs/EuroNatur

Endlich wieder da – aber gleich unter den Rädern: Der Wolf kehrt nach 150 Jahren auch heim in den Südwesten Deutschlands. Auf der Autobahn A5 bei Lahr bargen Helfer jetzt ein Kadaver. Wissenschaftler des Frankfurter Senkenberg-Institiuts identifizierten jetzt eindeutig sein Erbgut als das Isegrims. Naturschützer freuen sich über die Rückkehr nach Baden-Württemberg.

Für Gabriel Schwaderer der Stiftung EuroNaturbeweist der Fund, dass „ Wölfe überall in Deutschland auftauchen können“. Es sei unverzichtbar, „dass sich sämtliche Bundesländer zeitnah und ernsthaft auf das Auftauchen von Wölfen vorbereiten“, so der Geschäftsführer der Stiftung vom Bodensee.

 

Leitfaden und Fonds helfen gegen die Angst vor dem Wolf

 

Die DNA-Analyse habe nun bestätigt, dass es sich bei dem überfahrenen Tier um einen Wolf handelt. „Es war nur eine Frage der Zeit, dass Isegrim auch in den Südwesten Deutschlands wieder einwandert. Wir begrüßen seine Rückkehr!“, so Gabriel Schwaderer.

Nach Auffassung von EuroNatur gibt es aber noch erheblichen Handlungsbedarf, um den Wölfen die erfolgreiche Rückkehr zu ermöglichen. „Die Diskussion, den Wolf in das Jagdrecht aufzunehmen ist ebenso verfehlt wie laufende Bestrebungen, den Schutz auf EU-Ebene abzuschwächen“, betont Gabriel Schwaderer.

Während Naturschützer und Wolfsfreunde die Tiere im Schwarzwald begrüßen, genießt der be dahert gemeinsam mit Fachleuten der Naturschutzverwaltung und anderen Verbänden bereits 2013 an der Erstellung des „Handlungsleitfadens für das Auftauchen einzelner Wölfe in Baden-Württemberg“ mitgewirkt und die Grundlage für ein „effektives Wolfsmanagement in Baden-Württemberg gelegt“, so die Stiftung. Dieser Leitfaden greife jetzt und regele Zuständigkeiten, Kommunikationswege, Abläufe sowie das Monitoring einzelner Wölfe im Ländle.

Ziel sei es, so die Stiftung, „mögliche Konflikte bereits im Vorfeld zu entschärfen“. Der Handlungsleitfaden Wolf werde durch den Ausgleichsfond Wolf ergänzt, zu dessen Trägern EuroNatur gehört. „Viehhaltern kann so schnell und unbürokratisch Ausgleich für von Wölfen verursachte Schäden an ihren Tieren gewährt werden“, betont Schwaderer in einer Erklärung zum ersten Auftauchen eines Wolfs im Südwesten.


red

 

 

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